So repräsentiert der Landtag die Bevölkerung

Foto: dpa | Edith Geuppert

STUTTGART. Der Landtag soll die Interessen der Bevölkerung vertreten – dafür wurde er gewählt. Doch inwieweit repräsentiert der Landtag seine Mitbürgerinnen und Mitbürger?

Frauen- und Männeranteil

Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2016 ist der Frauenanteil im Parlament von 24,5 Prozent auf 29,2 (45) Prozent gestiegen – das sind 2,9 Prozentpunkte und genau zehn weibliche Abgeordnete mehr (2016: 35; 2020: 45). Seit 1952 hat es noch nie so viele Frauen im baden-württembergischen Landtag gegeben wie im Jahr 2021. Dennoch repräsentiert das Parlament nicht den Anteil in der Bevölkerung: In Baden-Württemberg leben rund 5,5 Millionen Männer, das sind 49,7 Prozent der Bevölkerung (Stand 2019).

Der Frauenanteil im Landtag schwankte seit 1952 immer wieder stark. So saßen 1952 bloß fünf Prozent, beziehungsweise sechs Frauen im Parlament, 1968 saß sogar nur eine einzige Frau im Landtag. Erst seit 1988 befinden liegen die Zahlen im zweistelligen Bereich.

Übrigens: Seit 2001 haben sich die Werte in Baden-Württemberg kaum verändert. 2001 waren 5,1 Millionen von rund 10,6 Millionen Menschen im Land Männer – das ist ein Anteil von 48 Prozent.

Den höchsten Frauenanteil im Vergleich zu den anderen Fraktionen haben die Grünen, dort sitzen 28 Frauen und 30 Männer – somit ist das Frauen-/Männerverhältnis fast ausgewogen. Es folgen 11 Frauen in der CDU-Fraktion (31 Männer), drei in der SPD- (16 Männer), zwei in der FDP- (16 Männer) und eine in der AfD-Fraktion (16 Männer). Insgesamt sitzen 45 Frauen und 109 Männer im Landtag – also 29 Prozent sind Frauen.

Durchschnittsalter

Im Schnitt sind die Abgeordneten im Jahr 2021 50,7 Jahre alt – 2016 lag der Altersdurchschnitt noch bei 52,7 Jahren. Somit hat sich der Landtag verjüngt. Im Hinblick auf die Bevölkerung in Baden-Württemberg liegt der Landtag noch über dem Durchschnitt (43,6 im Jahr 2019).

Während bei Grüne, CDU, AfD kaum Altersunterschiede festzustellen sind, verjüngt sich die SPD von 54,4 auf 48,7 um 5,7 Jahren. Aber auch die FDP verjüngt sich von 53,1 auf 48 Jahre – ein Unterschied von 5,1 Jahren.

Migrationshintergrund

Nach Angaben des Mediendienstes Integration liegt der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund im Landtag im Jahr 2021 bei 9,7 Prozent – das sind 3,7 Prozentpunkte mehr als 2016 (5,1 Prozent). Die meisten Abgeordneten mit Migrationshintergrund haben die Grünen (10 mit Hintergrund, 48 ohne). CDU, SPD und FDP haben einen, die AfD zwei.

In Baden-Württemberg lebten 2017 3.366.000 Menschen mit Migrationshintergrund, das entspricht einem Anteil von 30,9 Prozent – dementsprechend gibt es im Landtag noch Luft nach oben.

Pia Hemme

Redakteurin Online und Social Media

0711/ 666 01 144

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