Überblick: Das Land Baden-Württemberg

dpa/ Markus Mainka | Markus Mainka)

STUTTGART. Das Bundesland der Automobilhersteller und eigentümlichen Dialekte, so wie wir es heute kennen, gibt es noch nicht allzu lange: Baden-Württemberg entstand aus den Ländern Baden, Württemberg-Hohenzollern und Württemberg-Baden, die sich am 25. April 1952 zu einer Einheit zusammenschlossen.

Texte von Pia Hemme, Zahlen und Fakten von der Landeszentrale für politische Bildung

Daten und Fakten auf einen Blick

Gründung:25. April 1952
Landeshauptstadt:Stuttgart
Regierungschef:Winfried Kretschmann (Grüne)
Ministerien:12 Minister in 12 Fachministerien
Einwohner (Stand 31.12.2019):rund 11,1 Millionen
Davon Kinder unter 18 Jahren (Stand 31.12.2019):rund 1,9 Millionen
Fläche:35.751, 46 Quadratkilometer
Bevölkerungsdichte:310 Einwohner pro Quadratkilometer
Regierungsbezirke:Vier (Karlsruhe, Freiburg, Tübingen, Stuttgart)
Landkreise:35
Stadtkreise:9
Städte und Gemeinden:1.101

Wahlsystem

Seit 1996 finden in Baden-Württemberg alle fünf Jahre Landtagswahlen statt. Jeder Wähler hat nur eine Stimme, die über das Direktmandat, aber auch über die prozentuale Verteilung der Sitze im Landtag bestimmt.

Persönlichkeits- und Verhältniswahl

Damit wählt jeder Bürger eine in ihrem Wahlkreis von den Parteien nominierte Person (Persönlichkeitswahl). Die Wählerstimmen werden hochgerechnet und so die prozentualen Gesamtstimmenanteile aller Parteien bestimmt – daraus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag (Verhältniswahl).

Das sieht im Detail so aus: Es gibt insgesamt 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg und genauso viele Direktmandate. Die Kandidaten, die in den jeweiligen Wahlkreisen die meisten Wählerstimmen bekommen haben, holen sich ein Direktmandat und ziehen direkt in den Landtag ein.

Der Landtag hat jedoch mindestens 120 Sitze – daher müssen noch die übrigen Sitze – also mindestens 50 – verteilt werden. Dies geschieht dann über Zweitmandate. Entscheidend hierfür ist das Wahlergebnis der Partei und die Zahl der errungenen Direktmandate. Gewinnt eine Partei zum Beispiel 50 Prozent der Wählerstimmen, sind ihr 60 Sitze im Landtag sicher. Hat die Partei 20 Direktmandate erhalten, fehlen ihr also noch 40 Zweitmandate, um die 60 Sitze, die ihr zustehen, zu vervollständigen.

Direkt- und Überhangmandate

Bekommt eine Partei in einem der vier Regierungsbezirke mehr Direktmandate, als ihr aufgrund ihres Gesamtstimmenanteils zustehen, darf sie diese Überhangmandate als zusätzliche Sitze im Landtag behalten. Dann muss wiederum geprüft werden, ob die Sitzverteilung noch den Stimmenanteilen der Parteien entspricht. Falls nicht, erhalten die anderen Parteien dafür Ausgleichsmandate.

Parteienlandschaft

Von 1953 bis 2011 stellte die CDU den Ministerpräsidenten und regierte dabei entweder mit der FDP oder der SPD – 1972 und 1991 sogar allein. Bis 2011 war die Politik in Baden-Württemberg von der CDU geprägt, seither ist die CDU zweitstärkste Kraft im Parlament.

2011 stellten die Grünen ihren ersten Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. 2011 bis 2016 koalierten die Grünen mit der SPD. Seit 2016 regiert Grün-Schwarz das Land Baden-Württemberg.

Regierungen seit 1952

1952–1953:SPD, FDP/DVP, BHE
1953–1960:CDU, SPD, FDP/DVP, BHE
1960–1964:CDU, FDP/DVP, BHE
1964–1966:CDU, FDP/DVP
1966–1972:CDU, SPD
1972–1992:CDU
1992–1996:CDU, SPD
1996–2011:CDU, FDP/DVP
2011–2016:Bündnis 90/Die Grünen, SPD
2016–2021:Bündnis 90/Die Grünen, CDU
2021-2026Bündnis 90/Die Grünen, CDU
Pia Hemme

Redakteurin Online und Social Media

0711/ 666 01 144

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