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Unternehmensplanung

Auch kleine Firmen sollten planen

Zahlen und Vorgaben für zukünftige Perioden erleichtern unternehmerische Entscheidungen. Deshalb sollten auch kleinere Mittelständler die eigene Unternehmensplanung nicht vernachlässigen, meinen Unternehmensberater.

In kleineren Unternehmen wird die vorausschauende Arbeit mit Kennzahlen oft noch zu stark vernachlässigt, meinen Experten.

IMAGO/VectorFusionArt)

ULM. Etliche Unternehmen, gerade kleinere Betriebe, nehmen das Thema Planung, einschließlich Finanzplanung, eher auf die leichte Schulter. Wenn es gut oder wenigstens passabel läuft, scheint zunächst ja auch keine Veranlassung dafür zu bestehen zumal damit Zusatzarbeit verbunden ist. Doch so verpassen diese Unternehmen Chancen, meint etwa Bernd Kirschner, Geschäftsführer der Ulmer IT-Firma Denzhorn, die Planungssoftware für den Mittelstand entwickelt.

Berater: Bauchgefühl reicht nicht aus

„Mit einer angemessenen, umgesetzten Unternehmensplanung sichern Entscheider langfristig den Erfolg ihres Unternehmens, steigern seinen Wert und die Rentabilität“, sagt Kirschner. Bauchgefühl und nur gelegentliche, rein gedankliche Beschäftigung mit dem Thema reichten nicht aus. „Eine Unternehmensplanung ist dann gelungen, wenn sie für Außenstehende nachvollziehbar ist“, erklärt Kirschner. Dazu gehöre auch eine akkurate Dokumentation.

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) hat dazu Grundsätze ordnungsgemäßer Planung (GoP) entwickelt und aktualisiert diese von Zeit zu Zeit. Die aktuelle Ausgabe (Version 3.0) ist 2022 herausgekommen.

Während die GoB, die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, vielen Unternehmern ein Begriff sind, gilt dies für die GoP weniger. Das Dokument legt die gesetzlichen Grundlagen und Grundprinzipien der Unternehmensplanung dar, denn diverse Gesetze machen hierzu Vorgaben oder setzen Planung voraus. Dazu gehören etwa das Aktien- und das GmbH-Gesetz und das Handelsgesetzbuch.

Aber auch im Zusammenhang mit Insolvenz- und Sanierungsthemen spielt Unternehmensplanung eine Rolle. „Die Version 3.0 der GoB betont besonders die Bedeutung der Planung für das gesetzliche Risikomanagement und die Krisenfrüherkennung“, erläutert der Berater Werner Gleißner aus Leinfelden-Echterdingen. Er ist Vorstand der Unternehmensberatung Future Value Group und BDU-Mitglied.

Intensive Beschäftigung mit der Firma fördert die Kreativität

Weitere wesentlichen Funktionen der Unternehmensplanung sind aus seiner Sicht insbesondere die Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen, die Motivation durch klare, realistische Zielsetzung, ein seriöser Umgang mit Unsicherheiten sowie die laufende Optimierung und Flexibilisierung der Unternehmensführung. Zudem rege die intensive Beschäftigung mit dem Unternehmen beim Planen die Kreativität an und helfe, innovative Wege zu gehen.

Kleinunternehmen könnten die umfangreichen Vorgaben der GoP als Überforderung empfinden, räumt Gleißner ein. Doch es sei möglich, mit gewissen Anpassungen und Erleichterungen entsprechend der Betriebsgröße, eine zutreffende Planung zu erarbeiten und zu pflegen.

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