„Entlassungen zeigen wir die Rote Karte“

Kai Burmeister Bezirksvorsitzender des DGB Baden-Württemberg und seine Stellvertreterin Maren Diebel-Ebers wurden am Samstagim bei der DGB-Bezirkskonferenz im Amt bestätigt.
DGB/Julian Rettig)Ludwigsburg . „Wir wollen in Baden-Württemberg Industrieland bleiben. Entlassungen zeigen wir die Rote Karte. Dafür legen wir uns auch mit den Arbeitgebern an“, betonte Kai Burmeister bei seiner Rede. Der 49-Jährige erhielt 97 Prozent der Delegiertenstimmen. Seine Stellvertreterin, die 44-jährige Maren Diebel-Ebers wurde mit 98 Prozent wiedergewählt. In Baden-Württemberg vertritt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Interessen von rund 750.000 Mitgliedern.
Tarifreue-Regelung ab 10.000 Euro
Öffentliche Aufträge in Baden-Württemberg sollen nach dem Willen des DGB künftig an tarifliche Bezahlung gekoppelt werden. Der Vorstoß richtet sich an die neu zu wählende Landesregierung und sieht vorm, dass Land und Kommunen ab einer Auftragssumme von 10.000 Euro Aufträge nur noch an Unternehmen mit Tarifbedingungen vergeben dürfen.
Laut Burmeister und seiner Vize Diebel-Ebers profitiert nur noch jeder zweite Beschäftigte im Land von einem Tarifvertrag. „Betriebliche Mitbestimmung und Tarifverträge sind unverzichtbar, um für alle Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen zu erreichen.“
Soziale Gerechtigkeit soll Schwerpunkt sein
Burmeister und Diebel-Ebers wollen in ihrer kommenden Amtsperiode bis 2030 den Schwerpunkt auf soziale Gerechtigkeit setzen. „Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit, Infrastruktur. „Für die Menschen muss es besser werden“, forderte Maren Diebel-Ebers. „Wir erwarten Lösungen für mehr Gleichstellung“, unterstrich Kai Burmeister. „Der Teufelskreis aus Personalmangel, starker Arbeitsbelastung und eingeschränkten Kita-Öffnungszeiten müsse endlich durchbrochen werden. Gute Arbeitsbedingungen sowie verlässliche und gebührenfreie Betreuung bilden die Voraussetzung.“
Angesichts der angeschlagenen Wirtschaft sprachen sich die Gewerkschafter klar gegen Entlassungen aus. „Wir werden um Standorte und jeden Arbeitsplatz kämpfen“, versprach Maren Diebel-Ebers. Sie drängte darauf ein „Bündnis der Vernunft“ aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zu gründen. Von der neuen Landesregierung fordert der DGB einen Rettungsschirm für bedrohte Industriearbeitsplätze und von den Unternehmen klare Zusagen für den Erhalt von Arbeitsplätzen, den Standort und Investitionen.