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Keine rasche Einigung am Bau in Sicht

Die Gewerkschaft IG Bau macht mit Warnstreiks bundesweit Druck im festgefahrenen Tarifkonflikt. Für der kommenden Woche hat sie eine Ausweitung der Aktionen auf Straßen- und Bahnbaustellen angekündigt.

Seit Anfang der Woche wird im Bauhauptgewerbe in vielen Städten gestreikt. Baden-Württemberg war bisher nur wenig betroffen.

IMAGO/Funke Foto Services)

Stuttgart/Frankfurt am Main. Seit Anfang der Woche wird im Bauhauptgewerbe gestreikt, doch bislang ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) nur zu zeitlich eng befristeten, punktuellen Arbeitsniederlegungen auf. In Baden-Württemberg hielten sich die Aktionen bislang noch in Grenzen. Nach Angaben der Gewerkschaft gab es bislang im Südwesten nur in Mannheim und Freiburg Warnstreiks.  In der kommenden Woche will die IG Bau ihre Aktionen ausweiten. Dann sollen auch Baustellen an Infrastrukturprojekten, an Straßen oder Bahnanlagen, bestreikt werden.

Wie und wann es mit den Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe weitergeht, ist derzeit offen. IG-Bau-Chef Robert Feiger hatte nach der Ablehnung des Schlichterspruchs durch die Arbeitgeber zwar weitere Verhandlungsbereitschaft signalisiert, doch dafür ein Arbeitgeberangebot gefordert, das über den von Schlichter Rainer Schlegel vorgeschlagenen Tariferhöhungen liegt. Die Arbeitgeber haben darauf bislang nicht reagiert.

IG Bau: Freiwillige Erhöhung ist ein „Giftköder“

Stattdessen hatten die beiden Spitzenverbände der Bauindustrie und des Baugewerbes ihren Mitgliedsunternehmen eine freiwillige Anhebung der Bezüge empfohlen. Zwei der größten Bauunternehmen in Baden Württemberg, Leonhard Weiss und Züblin unter dem Dach des Strabag-Konzerns sind der Empfehlung bereits gefolgt.

Beim Verband Bauwirtschaft Baden-Württemberg geht man davon aus, dass viele kleinere Baufirmen dieser Empfehlung folgen werden. Im Arbeitnehmerlager betrachtet man die Empfehlung als Affront. „Das Arbeitgeber-Angebot ist ein billiger Versuch, unsere Streikbereitschaft zu brechen“, heißt es seitens der IG Bau, die von einem „Giftköder“ spricht. Die freiwillige Anhebung der Löhne liegt nach Berechnungen der Gewerkschaft in allen Tariflohngruppen unter dem, was der Schlichterspruch als Lohnerhöhung gebracht hätte.

Große Unternehmen fordern rasche Tarifeinigung

Sowohl bei Strabag wie auch bei Leonhard Weiss setzt man unabhängig von der freiwilligen Lohnerhöhung auf eine rasche Tarifeinigung. „Als großer Arbeitgeber und als wichtiger Akteur der Baubranche streben wir an, dass so schnell wie möglich eine Einigung herbeigeführt wird, die im Sinne der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite ist“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Weiss.

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