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Architektur

Nachhaltigkeitspreis für die U-Halle der Mannheimer Bundesgartenschau

Die einst militärisch genutzte U-Halle, die das Zentrum der Bundesgartenschau in Mannheim gebildet hat, wurde für das Umbaukonzept ausgezeichnet. Das hat die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur jetzt entschieden.

Die U-Halle war zentraler Veranstaltungsort der Bundesgartenschau und ist nun mit dem Nachhaltigkeitspreis Architektur ausgezeichnet worden.

BUGA 23/Lukac + Diehl)

Mannheim/Stuttgart. Bei der Bundesgartenschau (Buga) im vergangenen Jahr in Mannheim war die U-Halle der zentrale Veranstaltungsort, nun wurde das Gebäude mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur ausgezeichnet. Die Jury würdigte damit die Umnutzung des ehemaligen Lager und Verteilzentrums der US-Armee in „einen vielseitigen Ausstellungs- und Veranstaltungsort“ für die Buga.

„Bestand erhalten und diesen sinnvoll weiternutzen ist das Gebot der Stunde“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) , Amandus Samsøe Sattler. Die DGNB und die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergaben die Auszeichnung in diesem Jahr zum elften Mal. Samsøe Sattler, der auch Vorsitzender der Jury war, lobte den Mut der Stadt Mannheim als Bauherrin, nichts für die BUGA neu zu bauen.

Altes Baumaterial an anderen Stellen wiederverwendet

Die Halle ist für die Jury ein gelungenes Beispielprojekt „für die zeitgemäße, zirkulär ausgeführte Transformation bestehender Gebäude.“ Ein Teil des rund 700 Meter langen Komplexes stammt noch aus Zeiten der Wehrmacht, der andere Teil wurde von der US-amerikanischen Armee errichtet, die das Gelände jahrzehntelang als Kaserne nutzte.

Für die Nutzung als Ort für Veranstaltungen, Ausstellungen und Gastronomie während der Gartenschau wurde die Halle von ursprünglich 21.000 auf ca. 13.000 Quadratmetern verkleinert. Dabei wurde die Bausubstanz nicht einfach abgerissen, sondern selektiv und schonend zurückgebaut und das einst geschlossene Bauwerk an verschiedenen Stellen aufgebrochen, um Freiräume zu schaffen.

Entsiegelte Flächen als Frischluftschneise für die Mannheimer Innenstadt

Gebrauchte Baumaterialien wurde an anderer Stelle wieder eingesetzt. So wurde Betonbruch zur Geländemodellierung verwendet und ehemalige Dachpaneele dienen heute als Sichtschutz, Trenn- und Fassadenelemente. Und alle Elemente können sortenrein zurückgebaut werden. Künftig sollen Teile der Halle für die Jugendarbeit der Stadt Mannheim genutzt werden.

Der vom Berliner Architekturbüro Hütten & Paläste geplante Umbau umfasste auch die Freiflächen zwischen den erhaltenen Hallenbereichen und den Innenhof. Durch die Entsiegelung wurde die Versickerung von Regenwasser ermöglicht, Habitate für heimische Pflanzen und Tiere angelegt und eine wichtige Frischluftschneise für die Mannheimer Innenstadt geschaffen.

Alle Finalisten stehen für Bauen im Bestand

Auch die zwei anderen Finalisten des Nachhaltigkeitspreises sind Bestandsgebäude. Für die neue Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins wurde ein Verwaltungsgebäude aus den 1970er-Jahren umgebaut und aufgestockt, in Hamburg das 50 Jahre alte Congress Center erweitert und grundlegend modernisiert.

Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Wirtschaft

0711 66601-147

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