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ZF schließt betriebsbedingte Kündigungen aus

Noch im Frühjahr hatten Tausende von Beschäftigten des Automobilzulieferers ZF vor den Werkstoren in Friedrichshafen demonstriert. Jetzt haben sich Betriebsrat und Geschäftsleitung geeinigt, bis Juni 2028 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Doch das Aus des Verbrennens bedroht weiterhin viele der Arbeitsplätze.

Die Jobs beim zweitgrößte deutsche Autozulieferer ZF sind erst einmal bis zum Jahr 2028 gesichert.

ZF/Felix Kaestle)

Friedrichshafen . ZF, der zweitgrößte deutsche Autozulieferer hat seinen Beschäftigten in der Konzernzentrale am Bodensee sichere Arbeitsplätze bis Juni 2028 zugesagt. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, wie aus einer Vereinbarung hervorgeht, auf die sich das Unternehmen und der ZF-Gesamtbetriebsrat geeinigt haben. Wie sie am Dienstag mitteilten, sollen rund 4900 Beschäftigte etwa aus Bereichen wie Forschung, Entwicklung und der Hauptverwaltung davon profitieren. Die Vereinbarung sei bereits gültig.

Betriebsrat hatte massiven Stellenabbau befürchtet

Noch im Januar hatten Tausende Beschäftigte von ZF vor den Werkstoren protestiert. Der Betriebsrat hatte einen Stellenabbau und weitere Standortschließungen in Deutschland in einem Volumen von 12.000 Stellen befürchtet. Der Wandel zur E-Mobilität macht der Belegschaft Sorgen. Die Autoindustrie hat mit schwächeren Märkten zu kämpfen, zugleich muss sie die teure Umstellung vom Verbrennungsmotor hin zu Elektroantrieben bewältigen. „Die Beschäftigungssicherung bis Mitte 2028 gibt den Kolleginnen und Kollegen Sicherheit – das war uns immens wichtig“, sagte Betriebsratschef Franz-Josef Müller. Weltweit arbeiten rund 169 000 Menschen für ZF. Am Bodensee sind rund 10 300 Menschen beschäftigt.

Für die kommenden drei Jahre hatte ZF weltweite Investitionen von rund 18 Milliarden Euro angekündigt. Rund 10,6 Milliarden sollen laut Unternehmen in Forschung und Entwicklung fließen. „Bei einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit sollen von diesen Investitionen bis zu 30 Prozent in die deutschen ZF-Standorte investiert werden“, so das Unternehmen.

ZF-Chef Holger Klein: Zahl der Mitarbeiter werde nicht zu halten sein

ZF-Chef Holger Klein hatte auf der Pressekonferenz im März betont, dass man die vielen Vorteile des Standorts Deutschland sehe, aber auch um seine Nachteile im internationalen Wettbewerb wisse. Mit mehr als 50 000 Mitarbeitern sei etwa ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland. Das seien so viele wie nie zuvor. Die Zahl werde perspektivisch aber nicht zu halten sein, sagte Klein. Wie viele Jobs im Zuge der Transformation zur Elektromobilität wegfallen könnten, sagte der Manager nicht.

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