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Martin Rothweiler soll neuer AfD-Fraktionschef werden

Martin Rothweiler soll die nächste AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg leiten.
dpa/Christoph Schmidt)Er könnte jetzt sein Leben als Hotelmanager in Sardinien genießen oder wieder mal in Südamerika kitesurfen. Stattdessen legte er über die Jahreswende in der brasilianischen Heimat seiner Frau nur einen Zwischenstopp ein. Sein Ziel ist der Landtag. Dort soll er die neue AfD-Fraktion leiten, die sich am 8. März in etwa verdoppeln dürfte, sofern sich die Umfragen bewahrheiten.
Martin Rothweiler , 47 Jahre, Betriebswirt aus Villingen-Schwenningen , könnte der neue starke Mann der Rechtspopulisten im baden-württembergischen Landtag werden. Und dies aus dem Stand: Er verfügt bislang über keine landespolitische Erfahrung.
Der bisherige Fraktionschef Anton Baron ist angezählt
Rothweiler soll Anton Baron ablösen, der der Fraktion seit 2023 vorsteht. Der Öhringer , der als dünnhäutig und rhetorisch unbegabt gilt, wurde bereits angezählt. Beim Nominierungsparteitag im Mai in Heilbronn kam Baron nur auf Platz drei – hinter Co-Parteichef Emil Sänze, der keine weiteren Karrierepläne hegt, und Rothweiler. Und beim Parteitag im November in Hechingen machte der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier klar, dass der nächste Fraktionschef Martin Rothweiler heißt, wenn es nach ihm geht. Er selbst will im Bundestag bleiben, falls er nicht Regierungschef wird.
Zwölf Jahre lang managte Martin Rothweiler Hotels in Italien. 2012 kehrte der gebürtige Schorndorfer nach Deutschland zurück. Er habe sein Heimatland nicht wiedererkannt. Früher habe man in Italien nach Deutschland aufgeschaut, was auch einen gewissen Reformdruck südlich der Alpen erzeugt habe. Inzwischen sei die Hochachtung vor den „virtuosen Deutschen“ verflogen.
Im Frühjahr 2025 rief ihn Frohnmaier an
2013 trat er in die AfD ein und baute den Kreisverband auf. Von 2019 bis November 2025 war er persönlicher Referent von Marc Bernhard, dem Chef der AfD-Landesgruppe im Bundestag. 2021 kandidierte Rothweiler selbst vergeblich für den Bundestag. Im Frühjahr 2025 rief Frohnmaier ihn an und fragte, ob er nicht die neue Landtagsfraktion führen möchte. Seit Dezember macht er nur noch Wahlkampf.
Es sei nie sein Plan gewesen, Politik zu seinem Beruf zu machen, sagt er. Und dass er sich auch lustigere Dinge vorstellen könne. Doch er sei jetzt in einem Alter, in dem man Verantwortung übernehmen müsse: „Es macht auch Spaß. Man hat viel mit Menschen zu tun.“
Rothweiler passt mit seinen vergleichsweise moderaten Ansichten und seiner ruhigen Art ins Konzept von Frohnmaier, der die AfD professionalisieren will. Spannend wird es sein zu beobachten, wie der Neue mit Extremisten im eigenen Lager umgeht. Er wolle auf die Gerichte setzen. Wenn diese sagten, dass ein Mitglied die verfassungsrechtlichen Grenzen überschreite, dann sei ein Parteiausschluss der nächste Schritt. Vorher nicht.