Deutschlands Luftverkehr wird ausgebremst

Im Jahr 2019 zählte der Flughafen Stuttgart noch 12,7 Millionen Passagiere. Nach jüngsten Zahlen des Airports waren es 2024 lediglich 9,1 Millionen.
Flughafen Stuttgart/ Maks Richter)Der Luftverkehrsstandort Deutschland hat seit dem Ende der Corona-Pandemie gegenüber der internationalen Konkurrenz deutlich an Boden verloren. Das liegt an politischen Entscheidungen. Zwischen 2019 und 2025 verdoppelten sich die staatlichen Abgaben an Flughäfen auf 10,2 Milliarden Euro, wie ein Papier des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt.
Die Deutsche Flugsicherung zählt zu Europas teuersten Anbietern. Gleiches gilt für die Sicherheitsgebühren. Besonders kostspielig ist auch die Luftverkehrsteuer: Mit bis zu 41 Euro pro Ticket verlangt der deutsche Fiskus EU-weit am meisten. Das hat Folgen. Die Passagierzahlen deutscher Flughäfen sind weit unter jenen vor Corona, während andere Airports in der EU das Niveau von 2019 längst überschritten haben. Die eingeschränkte Anbindung an das europäische Luftverkehrsnetz erschwert Geschäftsreisen und bremst den Aufbau globaler Lieferketten in einer Zeit, in der sich die baden-württembergischen Unternehmen bei Rohstoffen und Absatzmärkten stärker diversifizieren müssen.
Die Bundesregierung hat das erkannt und will zumindest die Luftverkehrssteuer zum 1. Juli 2026 senken. Der Wirtschaft reicht das nicht. Sie hält eine Radikalkur für notwendig und fordert ihre vollständige Abschaffung. Zudem müsse der Staat die Sicherheitskosten übernehmen und für faire Wettbewerbsbedingungen in Luftverkehrsabkommen sorgen. Will Baden-Württemberg seine Airports und damit seine Industrie stärken, muss sich das Land hinter diese Forderungen stellen.