Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Auftaktveranstaltung

Klinikverbund Heidelberg – Mannheim startet

Der Zusammenschluss der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim schafft eines der größten Kliniknetzwerke Europas. Das Land Baden-Württemberg übernimmt dabei die finanzielle Verantwortung für das bislang hoch defizitäre Mannheimer Klinikum.
Fünf Personen halten ein großes Schild mit Text zu Universitätsklinika Heidelberg Mannheim.

Petra Olschowski (von links), Christian Specht, Hanns-Peter Knaebel, Frauke Melchior und Sandra Henek beim feierlichen Start des Zusammenschlusses.

Universitätsklinikum Heidelberg.)

Heidelberg. Mit einer Auftaktveranstaltung haben das Wissenschaftsministerium, die Universität Heidelberg, die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim sowie die Stadt Mannheim den Start ihres neuen Klinikverbunds gefeiert. Für den Zusammenschluss hat die landeseigene Universitätsklinik Heidelberg 89,9 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft des Universitätsklinikums Mannheim übernommen. Die restlichen 10,1 Prozent verbleiben bei der Stadt Mannheim. Sie trägt künftig jedoch keine finanzielle Verantwortung mehr für das hoch defizitäre Krankenhaus. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt wiederholt zweistellige Millionensummen zuschießen müssen. Bisher war das Klinikum eine städtische Tochtergesellschaft. Das Land war lediglich über die Medizinische Fakultät beteiligt.

Olschowski: „Wir haben ein medizinisches Vorzeigemodell geschaffen“

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) erinnerte an den langen und teils schwierigen Weg zum Verbund. Zunächst hatte das Bundeskartellamt den Zusammenschluss untersagt. Erst nach veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Krankenhausreform konnte das Projekt umgesetzt werden. Die Ministerin dankte allen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben:  „Wir haben ein medizinisches Vorzeigemodell geschaffen, das Lehre, Forschung und Versorgung auf ein neues Qualitätsniveau hebt und auch international große Beachtung finden wird“, sagte Olschowski.

Durch den Zusammenschluss entsteht eine der größten Universitätskliniken in Europa mit internationaler Strahlkraft und ein deutschlandweit herausragender universitärer Maximalversorger. Gemeinsam mit der Universität Heidelberg, ihren beiden Medizinischen Fakultäten in Heidelberg und Mannheim sowie der „Health + Life Science Alliance“ soll der Verbund den Gesundheits- und Medizinstandort der Metropolregion Rhein-Neckar weiter stärken – und darüber hinaus.

Neue Leitung, hohe Erwartungen

Die Leitung hat zum 1. Januar Professor Hanns-Peter Knaebel  als Vorsitzender des mit ihm nun sechsköpfigen Vorstands des Universitätsklinikums Heidelberg übernommen. „Die Fallhöhe ist mir bewusst“, sagte Knaebel bei der Feierstunde. Ziel sei es, einen führenden Klinikverbund in Baden-Württemberg zu etablieren – mit Perspektive auf europäischer Ebene.

Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) sprach von einer schwierigen, aber notwendigen Entscheidung für die Stadt. Er verband den Zusammenschluss mit der Hoffnung auf neue Impulse für den Gesundheitsstandort und zusätzliche Arbeitsplätze. Die Rektorin der Universität Heidelberg, Frauke Melchior, hob die hervorragende Ausbildung von Medizinern hervor. In Uniklinika würden Forschungsergebnisse erstmals angewendet. 

Der größte Arbeitgeber der Region

Mit dem Verbund entsteht eines der größten Universitätsklinika in Europa. 90 spezialisierte Fachkliniken mit rund 2800 Betten versorgen pro Jahr mehr als 100.000 Patienten stationär und knapp 1,5 Millionen Menschen ambulant. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden ist der Verbund einer der größten Arbeitgeber der Region. Zusammen mit den zugehörigen Ausbildungsakademien in Heidelberg und Mannheim ist er zugleich einer der größten Ausbildungsstätten mit mehr als 25 klinischen und nichtklinischen Ausbildungsberufen. Zusammen erwirtschaften die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim jährlich einen Umsatz von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro. 

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 199 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch