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Darum werden aus Experten Quereinsteiger

Der Geologe Claudio Filomena sammelt schon seit Jahrzehnten Fossilien.
Privat)Stuttgart/Freiburg. Die Bundes- und Landesverwaltungen, Kommunen und Behörden sind zunehmend auf der Suche nach Quereinsteigern. Und die sind begehrt wie noch nie, wie mehrere Jobbörsen bestätigen. Demnach habe sich die Zahl von Jobanzeigen für Quereinsteiger in den vergangenen Jahren vervierfacht.
Claudio Filomena ist in Reutlingen aufgewachsen, „einer Gegend mit Geologie zum Anfassen“ und hat schon früh Fossilien gesammelt. Schließlich studierte er in Tübingen Geologie und promovierte in Erlangen. Nach einer wissenschaftlichen Postdoc-Zeit arbeitete der heute 43-Jährige über zwölf Jahre lang bei Shell. Dort war er weltweit an verschiedenen Standorten unterwegs.
„Ich hatte ein spezielles Forschungsthema, das Shell interessierte“, erzählt Filomena, sodass er in der Öl- und Gasbranche als klassischer Geologe berufstätig war und unter anderem Bohr-Kampagnen plante. „Bei Shell bin ich natürlich auch mit dem Thema Energiewende in Europa in Berührung gekommen.
„Irgendwann wollte ich zurück ins Ländle und meine Erfahrungen mit nach Hause nehmen und hier einbringen“, sagt Filomena. Als das Regierungspräsidium Freiburg eine Stelle beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau ausgeschrieben hatte, bewarb er sich umgehend.
Fachbehörde leistet Vorarbeit für Planungen des Landes
Seit September 2025 leitet er dort das Referat 96 Landesrohstoffgeologie. Die Fachbehörde liefert und sammelt Daten und leistet die Vorarbeit für Planungen und Entscheidungen des Landes. „Wir kartieren, erkunden und bewerten die Rohstoffvorkommen in Baden-Württemberg und beraten die Instanzen der Raumplanung und die Genehmigungsbehörden im Zusammenhang mit der Rohstoffsicherung“.
Und er hat seinen beruflichen Wechsel nicht bereut, obwohl man in der freien Wirtschaft wesentlich mehr verdient. „Der öffentliche Dienst bietet eine gute Möglichkeit, sich selbst einzubringen und im eigenen Land mitzugestalten“, betont der Geologe.
Anders als in der freien Wirtschaft, wo es oftmals um kurzfristige und einseitige Interessen geht, schätzt Filomena an seiner neuen Arbeit, „dass man das Gemeinwohl im Blick hat“. Und er ist begeistert „von dem regen Austausch mit vielen unterschiedlichen Experten und Spezialisten, das ist sehr erfrischend und sehr spannend“.
Karrieremesse bietet neues Format für Quereinsteiger an
Die Gewinnung solch qualifizierter Fachkräfte wie Filomena wird aber immer anspruchsvoller. Deshalb bietet die neue Karrieremesse des Staatsanzeigers in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und unter der Schirmherrschaft von Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Baden-Württemberg, künftigen Quereinsteigern ein neues Format an.
„Der Quereinstieg gewinnt als ‚dritter Weg‘ zunehmend an Bedeutung“, betont Musati. Die Karrieremesse Stuttgart biete dem öffentlichen Dienst deshalb die Chance, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die bereit sind für einen beruflichen Neustart – und damit Potenzial für die Fachkräfte von morgen.
Auf der neu gestalteten Webseite der Karrieremesse finden Aussteller alle Informationen zu Standpaketen, Services und organisatorischen Details. Ein Messestand kann ebenfalls unkompliziert online gebucht werden.
Bereits seit dem Jahr 2013 bieten die Staatsanzeiger-Karrieremessen in Ludwigsburg und Kehl den Studenten, Absolventen und Berufseinsteigern eine zentrale Plattform, um Karrierewege im öffentlichen Dienst zu entdecken.
Karrieremesse in der Stuttgarter Liederhalle
Mit der Karrieremesse Stuttgart 2026 erweitert der Staatsanzeiger in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit Baden-Württemberg sein Messeportfolio und bietet ein Format, das Verwaltungen, Institutionen und öffentliche Betriebe bei der Gewinnung neuer Fachkräfte unterstützt. Die neue Karrieremesse findet am Freitag, 24. April, in der Liederhalle Stuttgart statt von 10 bis 17 Uhr in der Liederhalle Stuttgart.