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Bauträger fordern Grunderwerbsteuer-Senkung

BFW-Vorstand Dirk Graf (links) und Geschäftsführer Gerald Lipka erwarten von der Politik mehr Einsatz für private Bauherren.
Jürgen Schmidt)Stuttgart. „Es gibt keine guten oder schlechten Bauherren“, sagt Gerald Lipka. Doch von der Politik sieht der Geschäftsführer des BFW-Landesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg seine Mitglieder schlecht behandelt: Private Bauherren spielen bei der Politik keine große Rolle“, kritisiert Lipka.
Private bauen zwei Drittel der Wohnungen im Land
Das muss die künftige Landesregierung nach der Wahl im März aus Sicht des Verbands, der vor allem mittelständische Bauträger und Projektentwickler vertritt, rasch ändern. Denn die privaten Bauherren, egal ob sie für den Eigenbedarf oder als Anleger bauen, seien für den Wohnungsmarkt entscheidende Akteure. Zwei Drittel aller Wohnungen im Land würden von privaten Bauherren errichtet, erklärte Lipka. Im Jahr 2024 hätten diese 4,1 Milliarden Euro in Immobilien im Südwesten investiert. Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor.
An die künftige Regierung haben die Wohnungsunternehmen klare Forderungen. „Die Absenkung der Grunderwerbsteuer ist ein wichtiger Baustein, um den Wohnungsbau wieder in Gang zu bringen“, sagte der BFW-Landesvorsitzende Dirk Graf. Und für Familien müsse eine Förderung für den Erwerb von Wohneigentum eingeführt werden.
Kosten für Wohnungsbau in acht Jahren verdoppelt
Doch noch wichtiger für die Bauträger sei, dass die Normen im Wohnungsbau flexibilisiert werden. „Zu allererst müssen die Kosten im Wohnungsbau runter“, betonte Lipka. Der BFW hat dabei Auflagen für Klimaschutz ebenso im Visier wie die für Schall- und Brandschutz. Und auch Vorgaben durch städtebauliche Verträge, etwa zur Erschließung zusätzlicher Einrichtungen wie Kindergärten oder einer Sozialwohnungsquote verteuerten den frei finanzierten Wohnungsbau.
Laut Graf, der in Herrenberg bei Stuttgart selbst ein Wohnungsbauunternehmen leitet, haben sich die reinen Baukosten in den vergangenen acht Jahren praktisch verdoppelt. Dafür seien vor allem die drastisch erhöhten Auflagen verantwortlich.