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Fachkräftemangel

Quereinsteiger können echte Gamechanger sein

Wegen der anhaltenden Fachkräftelücke und der gestiegenen Arbeitslosigkeit öffnen immer mehr Firmen und Behörden ihre Türen für branchenfremde Talente. Quereinsteiger sind gefragt wie vermutlich noch nie.
Gelbes Schild mit blauem Text: "Quereinsteiger willkommen!"

Der Fachkräftemangel ist überall spürbar und Quereinsteiger sind willkommen, auch im öffentlichen Dienst. Foto: IMAGO/Andreas Haas

IMAGO/Andreas Haas)

Stuttgart/Hamburg. Im Jahr 2026 denken Unternehmen zunehmend um. „Karrierewege verlaufen nicht mehr linear, und Quereinsteiger avancieren vom Notnagel zur Geheimwaffe“ heißt es im neuen Arbeitsmarktreport bei dem Online-Portal XING mit Sitz in Hamburg.

Demnach werden Quereinsteiger vor allem in den Branchen Transport und Logistik, Personaldienstleistungen und -beratung, Einzelhandel, Konsumgüter und Handel sowie im Bereich Lebensmittel gesucht.

Aber auch der öffentliche Dienst sucht zunehmend nach Fachkräften, die nicht das klassische Verwaltungsstudium absolviert haben. Laut dem Report sagen 61 Prozent der HR-Verantwortlichen, dass Quereinsteiger helfen, den Fachkräftemangel abzufedern. Jeder fünfte Recruiter stellt sie deshalb mittlerweile sogar bewusst bevorzugt ein. Auch die Einstellung dazu hat sich binnen kurzer Zeit gedreht. Fast die Hälfte (44 Prozent) der Beschäftigten hat schon einmal über einen Quereinstieg nachgedacht, 26 Prozent haben ihn schon gewagt.

Recruiting-Strategien passen sich an diesen Trend an

Stellenausschreibungen enthalten häufiger den Zusatz „Quereinsteiger·innen willkommen“, Unternehmen bieten Reskilling-Programme (damit ist die Umschulung von Mitarbeitenden gemeint und der damit verbundene Erwerb von Fähigkeiten, um die neue Rolle oder Funktion ausüben zu können) an. Außerdem Traineeships, um branchenfremde Talente gezielt umzuschulen.

Laut dem Report müssen Personalverantwortliche lernen, das Potenzial höher zu gewichten als Erfahrung in genau der gleichen Position. Dazu gehöre auch, Vorurteile abzubauen. Denn Quereinsteiger können echte Gamechanger sein.

Immer mehr Quereinsteiger werden auch in den Bundes- und Landesverwaltungen, in den Kommunen und Behörden gesucht. Und Quereinsteiger-Jobs boomen. Demnach habe sich die Zahl von Jobanzeigen für Quereinsteiger in den vergangenen Jahren vervierfacht.

Staatsanzeiger bietet neue Karrieremesse an

Mit der Karrieremesse Stuttgart im April 2026 erweitert deshalb die Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH und Co. KG in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit Baden-Württemberg auch ihr Messeportfolio – ein Format, das Verwaltungen, Institutionen und öffentliche Betriebe gezielt bei der Gewinnung neuer Fachkräfte unterstützt.

Erst vor kurzem erzählte der Geologe Claudio Filomena vom Regierungspräsidium Stuttgart, dass er seinen beruflichen Wechsel von der freien Wirtschaft zum öffentlichen Dienst nicht bereut, obwohl man in der freien Wirtschaft wesentlich mehr verdient. „Der öffentliche Dienst bietet eine gute Möglichkeit, sich selbst einzubringen und im eigenen Land mitzugestalten“, so der Geologe.

Auch Laura Hartmann vom Regierungspräsidium Stuttgart lobt den Wechsel in den öffentlichen Dienst. Dort gehe es ihrer Ansicht nach „um Reputation, um Transparenz und jeder Tag bringt neue Themen mit sich“, erzählt die Quereinsteigerin und lobt die guten Rahmenbedingungen, den sicheren Job, mobiles Arbeiten, Benefits im Gesundheitsbereich oder das Jobticket.

Karrieremesse mit dem Fokus Quereinstieg

Die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften wird immer anspruchsvoller. Deshalb bietet eine neue Karrieremesse des Staatsanzeigers in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart künftigen Quereinsteigern ein neues Format an. Am Freitag, 24. April, treffen von 10 bis 17 Uhr Personalverantwortliche erstmals in Stuttgart auf motivierte Quereinsteiger, Fachkräfte 50+ und Menschen mit internationalem Hintergrund, die ihre berufliche Zukunft im öffentlichen Dienst sehen.

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