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art Karlsruhe: Neue Formate sprechen gezielt Sammler an

Die art Karlsruhe zeigt bis 8. Februar Kunst der Moderne und Gegenwart.
kmk/Juergen Roesner)Karlsruhe. „Die Messe funktioniert, für Galerien, für Besucher und für den Markt“, sagt Kristian Jarmuschek, Beiratsvorsitzender der art karlsruhe. Es gebe einen „hochqualitativen Stamm an Galerien“, der seit vielen Jahren dabei sei, immer mehr Neuzugänge und auch das Interesse ausländischer Galerien nehme zu. Und Projektleiterin Olga Blaß, die mit Jarmuschek seit 2004 die Doppelspitze der art karlsruhe gibt (siehe Kasten), ergänzt: „Wir möchten neue Sammlerinnen und Sammler ansprechen, mit klaren, gut kuratierten Einstiegsformaten. Kunst zu sammeln, beginnt mit Neugier. Und endet oft mit einem besonderen Gefühl: der Freude, etwas Bleibendes gefunden zu haben.“
Erstmals wird ein Preis für den Nachwuchs verliehen
So gibt es den „start:block“, der Werkvorschläge zum Einstieg präsentiert, den „paper:square“, der sich mit dem Medium Papier auseinandersetzt, und den „academy:square“, wo Arbeiten von Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademien Karlsruhe und Stuttgart sowie der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zu sehen sind. Erstmals wird 2026 in diesem Rahmen der „LBBW academy:square award“ vergeben, der die überzeugendste „academy:square“-Position auszeichnet. Eines der Werke wird dann für die LBBW ankauft.
Das Förderprogramm „re:discover“, mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien realisiert, präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) spannende Positionen von 20 Künstlerinnen und Künstlern, deren Werk bisher eher unbemerkt blieb. Ziel ist es, diesen mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Zugleich sollen mit dem Format aktuelle Debatten angeregt werden.
Gezeigt werden beispielsweise Arbeiten der 1936 in Berlin geborenen Fotografin Vera Mercer, die von der in Stuttgart ansässigen Galerie Schlichtenmaier vertreten wird. Ihre Fotografien sind berauschend schöne Stillleben, zumeist von Blumen, aber auch Tieren und anderen Objekten, opulent und malerisch barock in Szene gesetzt. Ebenso sind Werke der Malerin und Objektkünstlerin Detel Aurand zu sehen, präsentiert von der Freiburger Galerie Claeys. Ihre poetischen, spirituell geprägten Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Figuration und sind inspiriert durch die Natur, persönliche Erlebnisse oder Träume.
Ganz konkret um Nachlässe und die Frage, wie Nachlassarbeit aktiv und sichtbar gestaltet werden kann, geht es im Format „re:frame“. 2026 stehen dabei neben anderen das Kunstpartner Schaulager Adlmannstein und der Nachlass des 2024 verstorbenen Karlsruher Künstlers Andreas Lau im Fokus.
Kunst von Kirchner bis Künstliche Intelligenz
Insgesamt entfaltet sich auf der Karlsruher Messe 125 Jahre Kunstgeschichte, von Ernst Ludwig Kirchner oder Joan Miró bis hin zu den digitalen Welten von Mary-Audrey Ramirez oder zur interaktiven KI-Installation. In drei Hallen gibt es 18 Skulpturenplätze, wo Werke unterschiedlichster Materialien und Ausdrucksformen zu entdecken sind. Ergänzt werden diese durch ausgewählte Skulpturenspots in den Messeumläufen. Im Zentrum der Kunstmesse steht der art Karlsruhe Preis, vergeben vom Land und der Stadt Karlsruhe. Er ist mit 15 000 Euro dotiert und zeichnet die überzeugendste „one:artist show“ aus. Das heißt, er würdigt das künstlerische Schaffen Einzelner genauso wie das Engagement der präsentierenden Galerie. Die prämierte Arbeit wird zudem vom Kunstmuseum Karlsruhe angekauft.
Weitere Höhepunkte sind die Sonderausstellung der LBBW „Digital Traces“, die von der Direktorin des Kunstmuseums Karlsruhe, Stefanie Patruno, kuratierte Schau mit Arbeiten des Karlsruher Künstlers Rolf Behm sowie die Ausstellung der Sammlung Dietmar Kohlrusch, welche zentrale Werke der Pop Art zeigt.