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Restitution

Ahnenbild kehrt nach 250 Jahren zu den Māori zurück

Die Universität Tübingen gibt ein kunstvoll geschnitztes Ahnenbild an die Māori zurück, das vor rund 250 Jahren von James Cook nach Europa gebracht worden war. Die Übergabe des „Pou der Hinematioro“ ist für März geplant.
Holzskulptur mit komplexen, spiralförmigen Schnitzereien auf schwarzem Hintergrund.

Das Pou der Hinematiaro im Museum der Universität Tübingen (MUT).

Valentin Marquardt / MUT)

Tübingen. Die Universität Tübingen gibt ein kunstvoll geschnitztes Ahnenbild an die Māori zurück. Dieses hatte der Seefahrer James Cook vor gut 250 Jahren nach Europa gebracht. Wie das „Pou der Hinematioro“ genannte Objekt in seinen Besitz kam, ist bis heute nicht geklärt. Vermutlich im März soll die Übergabe stattfinden.

1769 sichtete James Cook erstmals Neuseeland und ging an Land. 1771 brachte er das Ahnenbild, das die lebendige Präsenz der Herrscherin Hinematioro verkörpert, nach London. Später wurde die ein Meter hohe Holzskulptur einem Sammler in Wien vermacht, von dort kam sie 1937 in die Ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen, wo sie in Vergessenheit geriet.

Der dortige Kustos Volker Harms entdeckte sie in den 1990er-Jahren wieder, erforschte seine Herkunft und nahm Kontakt nach Neuseeland auf. 2008 reiste die erste Delegation nach Tübingen. Elf Jahre später beschlossen beide Seiten eine vorläufige Leihgabe, 2024 stellte die neuseeländische Regierung ein formales Restitutionsbegehren.

Derzeit befindet sich das Objekt im Museum auf Schloss Hohentübingen in einer gemeinsam kuratierten Ausstellung zum kulturellen Erbe der Māori, die noch bis 29. März zu sehen ist. „Wir freuen uns über die baldige Rückkehr des Pou nach Neuseeland“, sagt Ernst Seidl, Direktor des Museums MUT. „Für die Te Aitanga-a-Hauiti hat das Pou eine viel größere Bedeutung als für uns.“ Man wolle Rückgaben auch von anderen Kulturgütern in die Wege leiten, sobald die Herkunft geklärt sei. Und die Universitätsrektorin Karla Pollmann ergänzt: „Das Pou und seine Geschichte hat zu einer langjährigen Beziehung zwischen der Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti und der Universität Tübingen geführt. Diese Beziehung wollen wir auch in die Zukunft hinein pflegen.“ (ems)

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