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Wohnungsbau

Baugenehmigungen steigen – Ministerin sieht Erholung

Tausende Wohnungen fehlen, Wohnraum bleibt teuer. In Baden-Württemberg zeigt sich nun immerhin ein Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen - doch ein Ziel bleibt weit entfernt.
Arbeiter mit Helm auf Baustelle, rechts eingerüstetes Gebäude, Kran hebt Material hoch.

Bezahlbarer Wohnraum ist vor allem in Ballungsräumen knapp.

IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Stuttgart. Im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Baden-Württemberg gibt es einen Hoffnungsschimmer: Nach drei Jahren mit rückläufigen Zahlen genehmigten die Baubehörden 2025 wieder mehr neue Wohnungen. Im vergangenen Jahr waren es 23.103 Einheiten, wie das Bauministerium unter Berufung auf Daten des Statistischen Landesamtes in Stuttgart mitteilte. Das sei ein Plus von 11,75 Prozent zum Vorjahr.

Landesbauministerin Nicole Razavi (CDU) sagte, die Lage am Bausektor sei weiter fragil. „Aber der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen für neue Wohnungen im Land stimmt mich optimistisch.“ Diese zarten Triebe einer Erholung bräuchten nun intensive Pflege.

Bis die genehmigten Bauvorhaben umgesetzt werden, dauert es jedoch. Seit Jahren ist bezahlbarer Wohnraum vor allem in Ballungsräumen knapp. In Städten, aber auch in anderen Regionen sind die Kosten fürs Wohnen für viele Menschen eine erhebliche Last.

In Baden-Württemberg fehlen Tausende Wohnungen

Der Wohnungsmangel in Deutschland hatte nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordstand von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen erreicht. Besserung in den nächsten Jahren ist der Studie zufolge nicht in Sicht, wie Pestel-Chefökonom Matthias Günther im Januar in Berlin sagte. In Baden-Württemberg beträgt das Defizit der Erhebung zufolge 196.000 Wohnungen.

Den Gesamtbedarf im Südwesten von 2025 bis 2030 schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut auf bis zu 362.000 neue Wohnungen. Dafür müssten in Baden-Württemberg Jahr für Jahr etwa 60.300 Wohnungen neu gebaut werden.

Mehr neue Wohnungen sind erklärtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung. Die SPD-geführte Vorgängerregierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht. Im Jahr 2024 waren 251.900 Wohnungen hierzulande fertiggestellt worden und damit so wenig wie seit 2015 nicht mehr. (dpa/lsw)

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