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Umfrage: Jeder Fünfte in Baden-Württemberg unentschlossen

Die repräsentative Umfrage befragte 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg.
imago/McPHOTO)Stuttgart. Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben noch immer viele Wählerinnen und Wähler nicht entschieden, ob und wie sie abstimmen wollen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 22 Prozent der Befragten an, sich erst zu einem späteren Zeitpunkt endgültig festlegen zu wollen. 73 Prozent erklärten, sie hätten sich schon abschließend entschieden, fünf Prozent antworteten mit „weiß nicht“.
Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 25. Februar bis 3. März 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten.
FDP-Anhänger sind besonders unentschlossen
In bestimmten Wählergruppen ist die Unsicherheit über die eigene Wahlentscheidung stärker ausgeprägt als in anderen. So gab unter den befragten Frauen etwa jede Vierte an, noch unentschlossen zu sein. Und auch unter den FDP-Anhängern gibt es offenbar größere Unsicherheiten. Fast jeder dritte Befragte, der bei der vergangenen Landtagswahl der FDP seine Stimme gegeben hatte, ist der Umfrage zufolge noch unsicher, wen er wählen soll.
Die hohe Zahl an Unentschlossenen kurz vor der Wahl ist aus Sicht des Freiburger Politikforschers Michael Wehner nicht unüblich. Studien zeigten schon länger, dass die Zahl der Spätentscheider zugenommen habe – wie auch die Zahl der Wechselwähler. „Insofern muss man klar und deutlich sagen: Die Messe ist noch nicht gelesen“, sagt er. Das Rennen um den Wahlsieg sei weiter offen. Ein Fünftel aller Wahlberechtigten sei nicht zu vernachlässigen, so Wehner. „Da kann sich ein Wahlergebnis in die eine oder die andere Richtung verändern.“
Forscher: Viel Interesse am Wahl-O-Mat
Ein Grund für die große Zahl an Spätentscheidern ist aus Sicht von Wehner, dass die Bindung einzelner Wählerinnen und Wähler an eine Partei nachgelassen habe. Zudem seien viele Menschen nicht grundsätzlich politisiert und schauten kurz vor der Wahl, wie sie sich mit relativ wenig Aufwand entscheiden könnten. „Wir merken das am Wahl-O-Mat sehr eindeutig, dass die Nutzung in den letzten zwei Tagen vor der Wahl nochmal deutlich nach oben geht“, erklärt der Politikwissenschaftler, der in Freiburg die Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung leitet.
Generell gilt aber immer: Wahlumfragen sind mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Umfragen spiegeln grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. (dpa)