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S 21 und Städtebau

Stuttgart zeichnet Ideen für den Zugang zum Rosensteinquartier aus

Wo sich heute die Fahrgäste der Bahn auf der Suche nach dem richtigen Gleis drängeln, soll, sobald Stuttgart 21 dereinst fertig ist, der Zugang zum neuen Stadtviertel Rosenstein entstehen. Eine Idee, wie das mal aussehen könnte, gibt es nach einem Werkstattverfahren der Landeshauptstadt. 
Städtebauliche Skizze mit Gebäuden, Bäumen und Notizen zu Weinberg und Retentionsflächen.

Boden wird Stadt, so stellen sich die Kreativen von Atelier Le Balto mit Studio Vlay Streeruwitz den Anschluss zwischen Tiefbahnhof und Rosenstein vor

Atelier Le Balto mit Studio Vlay Streeruwitz)

Stuttgart. Im Jargon der S21-Rosenstein-Planer verbirgt sich hinter der Abkürzung A3 ein besonders wichtiges Stück Planungsaufgabe. Es geht um die Verbindung zwischen dem Manfred-Rommel-Platz, also dem Dach des unterirdischen neuen Bahnhofs, mit der dahinter entstehenden neuen Bebauung des Europa-Quartiers. Wenn man sich heute den Platz sich anschaut, findet man dort die Endgleise des Kopfbahnhofs und die historischen Bahnsteigdächer. Von einem angenehmen Aufenthaltsort mit Sichtachsen und einem kühlenden Baumbestand kann nun wirklich keine Rede sein. Doch das soll sich ändern.

In einem Werkstattverfahren hat die Landeshauptstadt ausgelotet, wie diese Verbindung zwischen Bahnhof und neuem Stadtteil aussehen soll. Zunächst lobte sie einen Ideenwettbewerb aus. Daraus gingen am Ende vier Bürogemeinschaften hervor, mit denen die Stadt weiter an der Gestaltung gearbeitet hat. Zwei wurden nun bei einer Präsentation ausgezeichnet. Ihre Ideen bilden die Grundlage für den Gemeinderat zur Weiterplanung.

Vergleichsweise kleinteilige Planung

Klar ist, dass der bauliche Anschluss kein großer Block wird, sondern unterschiedlich große Gebäude auf einem flachen Hanggrundstück gebaut werden. Nach und nach, so die Planung beider Preisträger, sollen die Gebäude entstehen. Und durch die Nutzung der Topografie bildet der Tiefbahnhof eine Kante zum Europaviertel, von der aus die Menschen von der Verteilebene des Bahnhofs Richtung Rosenstein laufen können.

Für den Grünen-Baubürgermeister Peter Pätzold ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: „Als verbindendes Gelenk zwischen den umliegenden Bereichen entfaltet er seine volle Qualität im Zusammenspiel mit den einzelnen Gebäuden – diese vermittelnde Geste gilt es konsequent weiterzuverfolgen.“

Ein Blick aus dem Tiefbahnhof zum neuen Stadtviertel, wie ihn sich Haas Cook Zemmrich, Studio 2050 sowie Henning Larsen vorstellen – ebenfalls aus einem Siegerentwurf.
Haas Cook Zemmrich, Studio 2050, Henning Larsen )

Die Stuttgarter Gemeinschaft Haas Cook Zemmrich, Studio 2050 sowie Henning Larsen will an dieser Stelle eine „Stadtarena“ errichten. Mehrere Gebäuderiegel in unterschiedlicher Größe und auf unterschiedlicher Höhe sind im 90-Grad-Winkel zum Bahnhofsgebäude angeordnet. Die Häuser verjüngen sich nach oben, was viel Licht auf die Fußgängerebene bringt. Baumgruppen sorgen für Kühle, und Eisengestelle der Bahnhofshalle erinnern an die frühere Nutzung des Geländes.

Klimaresilienz prägt die Gewinnerentwürfe

Atelier Le Balto mit Studio Vlay Streeruwitz – eine Kooperation zwischen Paris und Wien – gleicht die Höhendifferenz mit verschiedenen Ebenen aus, auf denen unterschiedlich große kubische Gebäude entstehen – wobei die konkrete Gebäudeplanung weniger im Vordergrund der Aufgabenstellung stand. Der Aushub soll für die Geländemodellierung möglichst genutzt werden, um so CO 2 zu sparen. Auch hier gibt es Baumfelder, die das Mikroklima runterkühlen und diese Ecke von Stuttgart für den Klimawandel resilient macht. 

Beide Entwürfe fand eine Fachjury für das Preisgeld in Höhe von 6000 Euro würdig, sie bilden nun die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie, die der Gemeinderat beschließt. Allerdings haben die Konzepte neben ihrer Gestaltung noch einen Zukunftsaspekt, der wohl kaum gewünscht wird. Weil Stuttgart 21 nicht fertig wird, geraten die Vorschläge zur Zukunftsmusik. Auf den Folien bei der feierlichen Präsentation waren Hausansichten gezeigt, wie sie 2030 aussehen sollten. Da bis dahin noch immer der Kopfbahnhof gebraucht wird, dürfte sich auch diese Umsetzung verzögern. 

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