Bilanzzahlen

Genossenschaftsbanken bauen ihr Kreditgeschäft aus

In einem schwierigen Wirtschaftsumfeld haben die Genossenschaftsbanken ein starkes Jahresergebnis erwirtschaftet. Das sagte Ulrich Theileis, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands. Die Kreditbestände der 115 Institute im Südwesten seien gestiegen, insbesondere Bau- und Immobiliendarlehen legten zu.
Glatzenmann in Anzug mit blauer Krawatte.

BWGV-Präsident Ulrich Theileis: Der Mittelstand hält sich mit Investitionen nach wie vor stark zurück,

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Stuttgart. Die 115 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg sind mit dem Geschäftsjahr 2025 in Summe zufrieden. Das Kreditgeschäft wuchs mit 5,1 Prozent auf 147 Milliarden Euro deutlich an.

Dabei erhöhte sich der Umfang der Kredite an Privatkunden mit 6,1 Prozent noch deutlich stärker als der an gewerbliche Kunden mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent, teilte der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) am Montag mit. Das Kreditgeschäft mit Unternehmen habe zwar gegenüber 2024 deutlich angezogen, d er Mittelstand halte sich jedoch mit Investitionen nach wie vor stark zurück, und wenn investiert werde, handele es sich häufig um Ersatz- und nicht Wachstumsinvestitionen” , sagte BWGV-Präsident Ulrich Theileis.

Ein Lichtblick für die Bauwirtschaft dürfte sein, dass der Umfang von Darlehen an private Bauherren und Immobilienkäufer mit 6,6 Prozent noch etwas kräftiger zulegte als der des Kreditgeschäfts insgesamt. Und mit knapp 80 Milliarden Euro machen sie den Löwenanteil an den Krediten an Private aus. Als Trendwende im Wohnungsbau will Theileis dies aber nicht bewerten. Vor allem bei größeren Bauträgerprojekten gehe es nur wenig voran. „Die Banken stehen zur Finanzierung bereit, doch die politischen Rahmenbedingungen bremsen die Investitionsbereitschaft. Die neue Landesregierung muss dies als dringenden Auftrag betrachten“, betonte der Verbandspräsident.

Positiv entwickelt haben sich bei den Genossenschaftsbanken auch die Kundeneinlagen. Sie stiegen um vier Prozent auf 169,3 Milliarden Euro. Zudem haben die Banken im vergangenen Jahr gut verdient. Das operative Ergebnis stieg auf 1,9 Milliarden Euro – ein Plus von 11,9 Prozent. Der Jahresüberschuss nach Steuern erhöhte sich auf 590 Millionen Euro.

Die Konzentration im Genobanken-Sektor im Südwesten geht indes weiter. 2025 habe sich ihre Zahl um sechs Institute auf 115 durch Fusionen reduziert . 2025 beschäftigten die Institute im Südwesten rund 20.600 Menschen.

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