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Der „Koalitionstisch“: Ein Möbelstück mit ungewöhnlicher Geschichte

Der Architekt Johannes Milla, Kulturstaatssekretär Arne Braun und die Direktorin vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Cornelia-Hecht-Zeiler mit der historischen Tischplatte, auf der der Koalitionsvertrag 2011 unterzeichnet wurde.
Haus der Geschichte Baden-Württemberg)Stuttgart. Vor 15 Jahren kam mit Winfried Kretschmann der bundesweit erste grüne Ministerpräsident ins Amt. Den Tisch, auf dem am 27. März 2011 der Koalitionsvertrag unterschrieben wurde, hat das Haus der Geschichte Baden-Württemberg laut einer Mitteilung nun in seine Sammlung aufgenommen.
„Für die Unterzeichnung des grün-roten Koalitionsvertrags im Heusteigtheater war alles bestens vorbereitet“, erzählt Kunststaatssekretär Arne Braun (Grüne), der 2011 für die grüne Pressearbeit zuständig war. „Und dann fehlt uns ein Tisch, ohne den geht es ja nicht.“
Spontane Übernahme unter einer Bedingung
Spontane Hilfe erhoffte er sich und bekam sie vom befreundeten Architekten Johannes Milla, dessen Agentur im Gebäude gegenüber untergebracht war. Milla hatte nur eine Bedingung: „Ich möchte die Unterschriften auf dem Tisch“, erinnert er sich an seine damalige Reaktion.
Und so unterzeichneten die damaligen Beteiligten auch zur Überraschung der vor Ort versammelten Presse nicht nur das Koalitionsdokument, sondern auch die Tischplatte. Mehr als ein Jahrzehnt lang hing die unterschriebene Platte gerahmt in einem Besprechungsraum von Millas Agentur.
Der Tisch trägt die Unterschriften der damaligen Fraktions- und Landesvorsitzenden der Grünen und der SPD, Winfried Kretschmann, Claus Schmiedel, Silke Krebs, Chris Kühn und Nils Schmid. Nun hat Johannes Milla das Möbel dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg geschenkt.
Mit dem Tisch ganz nah dran an der Zeitgeschichte
„Da sind wir ganz nah dran an der Zeitgeschichte“, sagt Direktorin Cornelia Hecht-Zeiler. „Das war ein historisches Ereignis, und wir freuen uns, dass wir den Tisch in unsere Sammlung aufnehmen können.“
Ausgestellt wird das historische Möbelstück zunächst allerdings noch nicht – „erst, wenn sich in einer Ausstellung oder einem Projekt ein Kontext ergibt“, teilt das Haus der Geschichte dazu weiter mit.