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Kolumne: Eingekreist

Was der Biber vom Wolf lernen kann

Nicht der Wolf sorgt derzeit für die größte Aufmerksamkeit, sondern der Biber stellt Kommunen vor wachsende Probleme. Helfen soll die neue Biberverordnung, wonach die Tiere auch getötet werden können. Doch dagegen laufen Umweltverbände Sturm.
Biber sitzt am Rand eines Teiches mit erhobenem Vorderbein.

Ein Biber sitzt bei der Fellpflege am Ufer in Baden-Württemberg. Was teuer geplant wird, erledigt er gratis.

dpa/blickwinkel/S. Meyers)

Alle reden vom Wolf. Vom großen, grauen Rückkehrer, Projektionsfläche für Urängste. Dabei sitzt der eigentliche Gefährder längst im Unterholz. Er ist geschniegelt, mit Nagezähnen bewaffnet und hat ein erstaunliches Gespür für Infrastrukturpolitik: der Biber. Was teuer geplant wird, erledigt er gratis – nur eben nicht unbedingt dort, wo es passt. Ein Tunnel, ein Teich, ein Biotop. Läuft.

Das ist nicht ungefährlich. Wenn angenagte Bäume auf Wege krachen, Felder unter Wasser stehen und Dämme brechen, dann hört der Spaß auf. Kommunen melden inzwischen fast täglich neue Bibersichtungen und Schäden. Der Nager, einst fast ausgerottet wegen Fell und Bratenqualität, ist zurück, aber wie!

Jetzt scheint die Diplomatie ausgereizt

Das Land wollte den Interessenkonflikt zwischen Mensch und Tier mit einem Bibermanagement schlichten. Doch jetzt scheint die Diplomatie ausgereizt und man greift auf ein sehr altes Instrument zurück: die Flinte. Nach einer neuen Landesverordnung dürfen Biber getötet werden, wenn Gefahr für Menschen droht oder wirtschaftliche Schäden zu groß werden. Dagegen formiert sich Widerstand. Umweltverbände sammelten Tausende Unterschriften. Nun befasst sich der Landtag aufs Neue mit dem Tier.

Vielleicht täte der eine oder andere Biber gut daran, sich ein Vorbild am Hornisgrinde-Wolf zu nehmen? Der stand bis zum 10. März auf der Abschussliste – und entzog sich schlicht. Die Jäger gingen leer aus, die Wolfsretter atmeten auf. Am Ende hat das Umweltministerium die Abschuss-Genehmigung auslaufen zu lassen.

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