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Bibliotheken

Mehr als Bücher: Bibliotheken als Treffpunkte für Jugendliche und junge Erwachsene

Aktuelle Studie zur Rolle der Bibliotheken im Alltag von jungen Menschen
Moderne Bibliothek mit Treppen, Regalen und Sitzbereichen auf mehreren Ebenen.

Innenansicht der Bibliothek Stuttgart.

Rieke Stapelfeldt)

Stuttgart. Öffentliche Bibliotheken sind zunehmend Aufenthaltsorte für junge Menschen. Sie dienen längst nicht mehr nur der Ausleihe von Büchern, sondern sind „dritte Orte“, die neben Zuhause und Schule Platz für Lernen, Austausch und Freizeit bieten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Junge Menschen in öffentlichen Bibliotheken“, die der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Bibliotheksverbands vorgelegt hat.

Für die Studie wurden junge Menschen in mehreren Stadtbibliotheken befragt, darunter in Pforzheim, Freiburg, Mannheim und Reutlingen. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch Gespräche mit Fachkräften sowie eine landesweite Online-Befragung von Bibliotheken. Die Zahlen: Allein 2024 wurden die Bibliotheken im Land mehr als 14,8 Millionen Mal besucht. Besonders stark vertreten ist dabei die Altersgruppe unter 30 Jahren. Auch die Ausleihe von Kinder- und Jugendliteratur ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt inzwischen bei rund 30 Millionen Entleihungen jährlich.

Vor allem ruhige Arbeits- und Lernplätze sind für viele junge Menschen ein entscheidender Grund für den Bibliotheksbesuch. Weiterhin schätzen sie die Möglichkeit, sich dort mit Gleichaltrigen zu treffen.

Gaming und kreative Aktivitäten sind gefragt

Auch Freizeitangebote gewinnen an Bedeutung – etwa Gaming oder kreative Aktivitäten, die über das klassische Medienangebot hinausgehen. Die Studie empfiehlt, diese Entwicklung gezielt zu unterstützen. Bibliotheken sollten ihre Räume stärker auf junge Menschen ausrichten, etwa durch eigene Bereiche und flexible Nutzungsmöglichkeiten. Zusätzliche Bildungs- und Freizeitangebote sowie mehr Personal seien notwendig, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Zusammenarbeit mit anderen Jugendeinrichtungen wichtig

Außerdem sei eine stärkere Präsenz in den Sozialen Medien wichtig. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Einrichtungen der offenen und mobilen Jugendarbeit.

Die Studie kommt zur rechten Zeit. Mitte März hatte der dbv ermittelt, dass rund 80 Prozent der kommunalen Bibliotheken im Land akut von großen Sparmaßnahmen betroffen seien. (ems)

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