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Konjunkturumfrage

Viele Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg sehen sich unter massivem Druck

Die Stimmung im baden-württembergischen Handwerk ist auf einem Tiefstand. Nur noch wenige Unternehmen sind zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Im Bau- und Ausbaubereich ist die Lage jedoch besser.
Person auf einem Dach, trägt Handschuhe, hat die Arme ausgestreckt.

Im Bau- und Ausbaugewerbe ist die Lage nicht so angespannt, wie im baden-württembergischen Handwerk insgesamt.

IMAGO/Udo Herrmann)

Stuttgart.   Das Handwerk in Baden-Württemberg schätzt seine aktuelle wirtschaftliche Lage ähnlich schlecht ein, wie während der Corona-Pandemie. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturumfrage von Handwerk BW für die ersten drei Monate des laufenden Jahres hervor.

Viele Betriebe stünden unter massivem Druck., sagte der Präsident des Spitzenverbands, Rainer Reichhold. Ihnen machten vor allem die stark gestiegenen Energie- und Einkaufspreise zu schaffen. „Die geopolitischen Spannungen treiben die Kosten zusätzlich nach oben. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, droht eine weitere Verschärfung der Lage im Handwerk“, betonte der Landeshandwerkspräsident.

Bau- und Ausbauhandwerk zufriedener als andere Branchen

Der Konjunkturumfrage zufolge berichten nur noch 37 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage. Einen niedrigeren Wert gab es im Südwest-Handwerk zuletzt 2009 während der Finanzkrise. 26 Prozent der Betriebe bezeichnen die Lage als schlecht. Im Schlussquartal 2025 hatte noch knapp jeder zweite Betrieb seine Lage als gut eingeschätzt, lediglich 19 Prozent als schlecht.

Damit sei die Stimmung im Handwerk so pessimistisch wie seit dem Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr. Immerhin überwögen die positiven Einschätzungen noch leicht – anders als in vielen Bereichen der Gesamtwirtschaft.

In den verschiedenen Gewerken sind die Lage und die Stimmung unterschiedlich. In fünf von sieben Sparten überwiegen weiterhin die positiven Einschätzungen. Nur im Handwerk für den gewerblichen Bedarf sowie im Nahrungsmittelhandwerk gibt es mehr negative als positive Rückmeldungen. Als vergleichsweise stabil erwiesen sich laut Handwerk BW das Ausbaugewerbe, in dem 44 Prozent von einer guten Lage sprechen und das Bauhauptgewerbe (40 Prozent).

Schlechte Auftragslage macht Firmen zu schaffen

Nach Angaben des Verbands hat sich ferner die Auftragslage spürbar verschlechtert. Nur noch 17 Prozent der Betriebe meldeten steigende Aufträge (Vorjahresquartal: 21 Prozent). 44 Prozent verzeichneten Rückgänge nach 34 Prozent im Vorjahresquartal.

Handwerk BW ist der Dachverband der acht Handwerkskammern und vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 145.000 Handwerksbetrieben mit rund 770.000 Beschäftigten und mehr als 46.000 Auszubildenden im Land. (sta/lsw)

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