Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Bezahl-App

Was wurde eigentlich aus der Luca-App?

Die Luca-App wurde 2021 von 13 Bundesländern für 21,3 Millionen Euro eingesetzt, ohne nachweisbaren Nutzen für die Kontaktnachverfolgung. Nach Kritik und Sicherheitsproblemen wurden die Verträge 2022 beendet.
Smartphone zeigt die Luca-App mit "Laden"-Button, daneben weiße Tastatur.

Die Luca-App hilft heute beim Tischreservieren.

IMAGO/Dreamstime)

Wer 2021 in ein Restaurant wollte, scannte brav seinen QR-Code. Die Luca-App war der digitale Türsteher der Pandemie — entwickelt von der Stuttgarter culture4life GmbH, binnen Wochen in 13 Bundesländern per Pflichtvertrag eingeführt, rund 40 Millionen Mal heruntergeladen.

Der Preis dafür: 13 Bundesländer entschieden sich, Luca für insgesamt 21,3 Millionen Euro anzuschaffen — Bayern zahlte 5,5 Millionen, Baden-Württemberg 3,7 Millionen, Niedersachsen 3 Millionen. Jahreslizenzen, wohlgemerkt. Und 12 von 13 Bundesländern verzichteten dabei auf die üblichen öffentlichen Ausschreibungen — zu dringend, so die Begründung. Der Chaos Computer Club nannte das Ganze schlicht „Smudos Steuer-Millionengrab“.

Dann kam der Absturz. Sicherheitsforscher fanden Lücke um Lücke. Die Mainzer Polizei griff ohne Rechtsgrundlage auf Nutzerdaten zu. Die Gesundheitsämter konnten am Ende nicht einen einzigen Fall bestätigen, bei dem die Luca-App nachweislich bei der Analyse einer Infektionskette geholfen hatte. 2022 kündigten die Länder ihre Verträge — einen nach dem anderen.

Mit nochmals 40 Millionen Euro Investorenkapital sollte Luca zur Bezahl-App für Restaurants werden. Seit 2024 hält ein Immobilienkonzern eine Minderheitsbeteiligung. Die App existiert noch. Sie hilft beim Tischreservieren.

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch