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Fast 90 Prozent der Städte haben ein Haushaltsdefizit

Wie die meisten anderen Städte kämpft auch Stuttgart mit einem massiven Haushaltsdefizit.
dpa/imageBROKER/Arnulf Hettrich)Stuttgart. Fast 90 Prozent der Städte in Baden-Württemberg haben im Jahr 2026 keinen ausgeglichenen Haushalt mehr. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Städtetags hervor. Nur noch 12 Prozent der teilnehmenden Städte schaffen einen ausgeglichenen Etat – nach 20 Prozent im Vorjahr und 31 Prozent im Jahr 2024. An der Befragung beteiligten sich rund drei Viertel der 207 Mitgliedsstädte, darunter alle neun Stadtkreise.
Parallel dazu verschärfen sich die finanziellen Kennzahlen weiter: Laut aktueller Kassenstatistik summierten sich die kommunalen Defizite bereits 2024 auf minus 3,1 Milliarden Euro. Für 2025 wird mit einem neuen Negativrekord von minus 4,4 Milliarden Euro gerechnet.
Die Folgen seien laut dem Städtetag in vielen Kommunen bereits deutlich spürbar. Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Daseinsvorsorge werden zurückgestellt, freiwillige Leistungen gekürzt. Als Ursachen nennen die Kommunen vor allem sinkende Einnahmen bei der Gewerbesteuer und gleichzeitig stark steigende Ausgaben.
Tragfähige finanzielle Basis für die Kommunen gefordert
Gleichzeitig wachsen die Kosten weiter – insbesondere bei Personal sowie im Sozialbereich, teilt der Städetag weiter mit. Bundesweit stiegen die Ausgaben für Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe zuletzt überdurchschnittlich. Trotz Sparmaßnahmen sehen viele Städte keine Handlungsspielräume mehr.
Städtetagspräsident und Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) warnt vor einer weiteren Verschärfung: Die Defizite wüchsen ungebremst weiter, ein Ende sei nicht in Sicht. Die Belastungen erreichen inzwischen auch die Bürgerinnen und Bürger direkt.
Mit Blick auf die laufenden Koalitionsgespräche im Land fordert der Städtetag schnelle und verlässliche Lösungen. Ziel sei eine langfristig tragfähige finanzielle Basis für die Kommunen – etwa im Rahmen eines vorgeschlagenen „BW-Pakts für handlungsfähige Kommunen“.