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Die Dialektförderung im Land liegt an der Spitze

Einen Aufkleber mit dem offiziellen Slogan der Imagekampagne des Landes Baden-Wuerttemberg "Wir koennen alles. Ausser Hochdeutsch."
dpa/THOMAS KIENZLE)Stuttgart. Dialekt ist längst mehr als nur Alltagssprache – er wird zunehmend zum politischen Thema. Eine bundesweite Umfrage unter den Landesparlamenten zeigt nun: Baden-Württemberg nimmt bei der Förderung von Mundart eine Spitzenrolle ein.
„Mir könned alles, auch Dialektförderung“, sagen die Landtagsabgeordneten Markus Rösler (Grüne), Willi Stächele (CDU), Andreas Kenner (SPD) und Jochen Haußmann (FDP) – und meinen das ernst. Die vier Politiker hatten bei den anderen Landesparlamenten nachgefragt, wie es dort um Dialekte und Regionalsprachen steht. Das Ergebnis: Viel Engagement, aber selten feste Strukturen. Dabei gibt es durchaus bemerkenswerte Initiativen. In Norddeutschland etwa kümmert sich der „Bunnsraat för Nedderdüütsch“ um die Pflege des Plattdeutschen, Bremen betreibt gemeinsam mit anderen Ländern ein Zentrum für Niederdeutsch, Brandenburg hat den Schutz der Sprache gesetzlich verankert.
Dauerhafte Förderung ist jedoch die Ausnahme. Es fehle „fast überall noch an verlässlichen Strukturen“, findet Rösler. Als einziges Bundesland unterstützt Baden-Württemberg seinen Dialekt-Dachverband dauerhaft finanziell – jährlich mit festen Mitteln und einem eigenen Mundartpreis. Möglich gemacht wurde das durch eine parteiübergreifende Initiative, die seit Jahren gemeinsam an dem Thema arbeitet.
Für die Beteiligten ist das dann auch ein politisches Signal. Dialektförderung eigne sich „ganz hervorragend für die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg“, betonen die vier Abgeordneten. (ems)