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Partnerschaftsmodell Schiene

Strabag erhält drei Vergabepakete für Pfaffensteigtunnel

Strabag und seine Tochter Züblin haben den Zuschlag für zentrale Bauabschnitte des Großprojekts Pfaffensteigtunnel erhalten. Das Vorhaben gilt als Schlüssel für den Ausbau der Gäubahn. Realisiert wird es in einem partnerschaftlichen Vertragsmodell, nasch dem Motto: "Wir gewinnen oder verlieren gemeinsam.“
Zweigleisiger Eisenbahntunnel mit Baustellenabsperrungen und Beleuchtung.

Für den Pfaffensteigtunnel ist der Anschlussstutzen im Flughafen-Fernbahnhof bereits gebaut (rechts), auch die Weichenverbindung und die ersten Meter Gleis liegen schon.

Jannik Walter DB)

Stuttgart . Der österreichische Baukonzern Strabag hat im Konzernverbund mit seinem Stuttgarter Tochterunternehmen Züblin nach zwei Jahren Planung und Bauvorbereitung den Auftrag für die bauliche Umsetzung von drei Vergabepaketen des Projekts Gäubahn Nord / Pfaffensteigtunnel erhalten. Es gilt als eines der zentralen Infrastrukturvorhaben des Gäubahnausbaus. Auftraggeber ist die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

Partnerschaftliche Modelle für schnellere Projekte

Kern ist der rund elf Kilometer lange Pfaffensteigtunnel. Er schafft die direkte Verbindung zwischen dem Stuttgarter Flughafen-Fernbahnhof und der bestehenden Trasse der Gäubahn. Die neue Verbindung ermöglicht künftig deutlich kürzere Fahrzeiten zwischen Stuttgart und der Schweizer Grenze.

„Der Pfaffensteigtunnel wird in allen relevanten Leistungsphasen als Partnerschaftsmodell Schiene realisiert“, sagt Jörg Rösler, Vorstandsmitglied der Strabag. Er hält partnerschaftliche Vertragsmodelle für den „Schlüssel zur Beschleunigung von Infrastrukturprojekten“. Alle Projektbeteiligten sitzen bereits in der Planungsphase am Tisch. Da alle Partner der Allianz ihre Expertise bereits in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung einbringen, könnten in der Regel die Prozesse deutlich beschleunigt und Kosten eingespart werden.

Bauherren, die das Partnerschaftsmodell Schiene einsetzen wollen, müssen dafür schon in der Vergabe- und Ausschreibungsphase die Weichen stellen: Der Wettbewerb zielt dabei auf den Bestbieter statt den Billigstbieter. Die Ausschreibung muss auf Teambildung ausgerichtet sein: Planer, Bauunternehmen und Bauherr bilden eine Allianz. Die Ausschreibung darf dabei nicht zu detailliert sein – sonst wird frühe gemeinsame Optimierung verhindert. Erforderlich ist eine funktionale Leistungsbeschreibung, die Raum für Innovationen lässt.

Kosten, Termine und Qualität zuvor klar definieren

Gleichzeitig müssen die Projektziele wie Kosten, Termine und Qualität klar definiert sein. Ein anreizbasiertes Vergütungssystem benennt einen Zielpreis sowie einen Bonus/Malus bei Unter- oder Überschreitung. Die Risiken müssen erfasst, bewertet und gemeinsam getragen werden – ein Paradigmenwechsel gegenüber klassischen Verträgen. Das Motto heißt dabei: „Wir gewinnen oder verlieren gemeinsam.“

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