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Landesmuseum Württemberg prüft 700 Objekte auf NS-Raubkunst

Katharina Hardt (li.) und Malena Alderete sind im Landesmuseum Württemberg der Herkunft von Kulturobjekten auf der Spur. Foto: LMW
Eva-Maria Schlosser)Stuttgart. Das Landesmuseum Württemberg (LMW) baut seine Provenienzforschung zu NS-Raubgut weiter aus: Im April startete ein neues, dreijähriges Projekt, das rund 700 Objekte aus den kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen des Hauses auf ihre Herkunft untersucht.
Die Überprüfung erfolgt in Form eines sogenannten „Erstchecks“: Ziel ist es, erste Hinweise auf Kulturgüter zu finden, die Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogen wurden – und weiteren Forschungsbedarf festzustellen. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Es soll die Provenienzforschung am Haus stärken und dazu beitragen, offene Fragen zur Sammlungsgeschichte sowie zum regionalen Kunst- und Antiquitätenhandel weiter zu klären.
Museumsobjekte aus der Zeit zwischen 1969 und 1975
Im Fokus stehen dabei Museumsobjekte, die zwischen 1969 und 1975 erworben wurden – „ein Zeitraum, der bislang noch nicht umfänglich auf NS-Raubgut untersucht wurde und zugleich von intensiver Sammeltätigkeit geprägt war“, sagt Malena Alderete, die seit 2021 als Provenienzforscherin am Haus tätig ist und das Projekt leitet. Die Bandbreite der zu untersuchenden Objekte ist groß: Sie reicht von Grafiken, Textilien und Kunsthandwerk über Möbel, Gemälde und Skulpturen bis hin zu Musikinstrumenten, Uhren, wissenschaftlichen Geräten und Spielzeug.
Provenienzforscherin Katharina Hardt ist für das Projekt neu hinzugekommen. Für die Recherchen wertet sie historische Unterlagen des Museums aus, darunter Inventarbücher, Rechnungen und Korrespondenzen. Außerdem zieht Hardt externe Archive, Fachliteratur und Datenbanken wie Lost Art oder Proveana heran. (sta)