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Gerda Windey ist die neue Amtschefin im Justizministerium

Gerda Windey ist neue Amtschefin im Justizministerium.
Justizministerium)Sie ist ein Unikat. Gerda Windey hat unter vier Ministerpräsidenten gedient, drei der CDU – Erwin Teufel, Günther Oettinger und Stefan Mappus –, dann dem Grünen Winfried Kretschmann, und jetzt kommt mit Cem Özdemir ein weiterer Grüner hinzu. Die Zahl der Minister und Ministerinnen, die sie erlebt hat, kann die neue Amtschefin im Justizressort nicht nennen, weil sie irgendwann mit dem Zählen aufhörte. „Deutlich zweistellig ist sie auf jeden Fall“, sagt Windey, die auf vielen Ebenen und in etlichen Häusern unterwegs war. „Äußerst kompetent und hochqualifiziert“ nennt sie ihr neuer Chef Moritz Oppelt (CDU). Die Fußstapfen sind groß. Ihr Vorgänger: Elmar Steinbacher, ein enger Berater des neuen Innenministers Manuel Hagel (CDU) während der Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen, wechselte als Staatssekretär an Hagels Seite.
Die 62-Jährige ist als Banater Schwäbin in Rumänien geboren, blickt auf eine „wunderschöne Kindheit“ in der deutschen Minderheit. Als sie 16 war, beschloss ihre Familie die Auswanderung nach Baden-Württemberg. Nach dem Abitur studierte Windey in Tübingen Jura. Mit dem Prädikatsabschluss in der Tasche entschied sie sich 1994 für die Landesverwaltung. Vorrangig aus familienpolitischen Gründen und wegen der Möglichkeiten, als Mutter zu pausieren. Tatsächlich arbeitete sie nach der Geburt ihres Sohnes immer in Vollzeit weiter, auch dank des Engagements von Ehemann und Eltern.
„Ich habe nie geplant, Karriere zu machen“, erinnert sie sich an Zeiten, da ihr ein Aufstieg in die Besoldungsgruppe A15 noch „traumhaft“ erschien. Es sollte ganz anders kommen nach dem Start als stellvertretende Pressesprecherin von Kultusministerin Annette Schavan (CDU) Mitte der 1990er-Jahre. Windey kann für sich in Anspruch nehmen, oft zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle gewesen zu sein. „Ich habe immer versucht, meinen Job gut zu machen“, sagt sie. Und immer sei sie bereit gewesen, zu springen bei der Frage von Vorgesetzten, ob sie sich ein neues Amt zutraue. Zum Beispiel in ihrer Zeit im Staatsministerium. Als besonderen Erfolg wertet sie bis heute, dass Günther Oettinger eine von ihr verfasste Regierungserklärung nahezu unverändert vortrug. Stefan Mappus machte sie zur Leiterin der Europaabteilung, die sie auch unter Kretschmann weiterführte, bis sie ins SPD-geführte Kultusministerium wechselte. 2016, unter Grün-Schwarz, kam die Beförderung zur Amtschefin hinzu, dann wurde Windey „nach Unstimmigkeiten“ wieder Abteilungsleiterin und wechselte 2021 ins Justizministerium.
Die Aufgabe von Beamten und Spitzenbeamten analysiert Windey glasklar: „Ich sehe es als unsere Pflicht an, zu sagen, was wir denken.“ Ihre Ausdauer hat sie nicht nur in der Landesverwaltung bewiesen: Seit eh und je schwingt sie sich frühmorgens auf den Ergometer, um 40, 50 oder gar 60 Kilometer zurückzulegen – und das Tag für Tag.