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Klimawandel

Wie das Land mit Hochwasser und Trockenheit umgeht

Mit dem Klimawandel treten im Land mehr und mehr Hochwasserereignisse, aber auch Trockenheit und Niedrigwasser auf. Umweltministerin Thekla Walker stellte die Pläne des Landes für den Hochwasserschutz und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung vor. 
Person mit blonden Haaren und Ohrringen vor hellem Hintergrund.

Nach Angaben von Thekla Walker will das Land ein Sanierungsprogramm für Hochwasserrückhaltebecken und Hochwasserschutzanlagen auf den Weg bringen.

IMAGO/Klaus W. Schmidt)

Stuttgart. Für Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) ist es mit Blick auf den Klimawandel inzwischen eher „fünf nach zwölf“ als „fünf vor zwölf“. Die Folgen des Klimawandels zeigen sich längst. „Jedes einzelne Ereignis für sich genommen ist möglicherweise eines, das es so auch schon in der Vergangenheit gegeben hat. Aber die Zunahme der Ereignisse und ihre Intensivierung – das ist eindeutig, das hat etwas zu tun mit dem menschengemachten Klimawandel“, so Özdemir. Und er verweist auf die Sturzflut durch Starkregen vor zehn Jahren in Braunsbach oder die aktuelle Niedrigwassersituation am Bodensee.

Die Klimaprognosen sagen neben längeren Trockenperioden auch heftigere Niederschläge voraus. Bis Ende des Jahrhunderts könnten Hochwasser und Starkregen rund zwei- bis dreimal so häufig auftreten wie Ende des 20. Jahrhunderts. Sowohl auf Wassermangel als auch auf Hochwasser und Überschwemmungen will sich das Land vorbereiten. Denn: „Die Folgen solcher Ereignisse können verheerend sein: Schäden in Millionenhöhe, menschliches Leid und starke Beeinträchtigungen der Umwelt“, so Özdemir. Deshalb habe man im Koalitionsvertrag auch vereinbart, „dass der Hochwasserschutz Vorrang haben muss, insbesondere dort, wo Leib und Leben in Gefahr sind und große Sach- und Vermögensschäden drohen.“

Hohe Kosten durch Hochwasserschäden

Wie hoch solche Kosten sind, zeigt das Beispiel Braunsbach: Der Wiederaufbau habe rund 100 Millionen Euro gekostet. Das Hochwasser an Pfingsten vor zwei Jahren, das zahlreiche Kommunen in Bayern und Baden-Württemberg traf, hat im Land, in dem besonders der Rems-Murr-Kreis betroffen war, rund 500 Millionen Euro an Schaden mit sich gebracht.

Das Land stellt jährlich rund 80 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen an den Landesgewässern bereit. Zusätzlich konnten in der aktuellen Förderperiode 70 Millionen Euro für kommunale Maßnahmen im Bereich Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden. 32 Millionen Euro flossen zudem an Kommunen, damit diese ein Konzept zum Starkregenrisikomanagement aufstellen. Mehr als die Hälfte der baden-württembergischen Städte und Gemeinden haben bereits ein solches Konzept oder erarbeiten es gerade, nannte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) Zahlen.

Hochwasserschutzanlagen müssen saniert werden

Walker betont zugleich, dass viele der über 800 Hochwasserrückhaltebecken und Hochwasserschutzanlagen im Land in die Jahre kommen und saniert werden müssen. Deshalb wolle man nun ein Sanierungsprogramm auf den Weg bringen. Walker will zudem demnächst Pläne vorlegen, wie der Hochwasserschutz beschleunigt werden soll. Denn bei den betroffenen Flächen gibt es in der Regel viele Eigentümer und unterschiedliche Interessen. Walker betonte: „Wenn es um das Gemeinwohl geht, um unsere Vermögenswerte allgemein, können wir nicht immer jedes einzelne Interesse berücksichtigen.“

Mit neuen Entwicklungen im Bereich der KI und bei der Rechenleistung werden in den nächsten Jahren neue Ansätze verfolgt. Ziel ist es, mithilfe von KI und den Daten der Hochwassergefahrenkarten bei Hochwasserereignissen künftig die Flächen der erwarteten Überflutungen, insbesondere in den Siedlungsbereichen, vorherzusagen. Zusätzlich bietet die Hochwasservorhersagezentrale eine Hochwasserwarnkarte für Flusseinzugsgebiete und Flussabschnitte an. Somit werden auch Kommunen ohne Landespegel bzw. an kleineren Gewässern vor einer drohenden Hochwassergefahr gewarnt.

Trinkwasserversorgung bei Trockenheit sicherstellen

Doch Hochwasser ist nur die eine Seite der Medaille. Trockenheit führt zu wenig Wasser in Flüssen und Seen. Zahlen dazu bietet die Niedrigwasser-Informationszentrale mit ihrem Messnetz. Dort werden die Wassertemperatur, der Sauerstoff und die Wassermenge in den Gewässern gemessen. So wird schnell deutlich, wo es ein Problem gibt, wo Unternehmen oder Landwirte beispielsweise kein Wasser mehr aus einem Fluss entnehmen dürfen.

Mit dem Masterplan Wasserversorgung wird zudem die Trinkwasserversorgung im Land einem Klimacheck unterzogen. Ende dieser Woche startet mit den Zuständigen die Erarbeitung von Plänen, wie die Wasserversorgung bis 2050 für Zeiten, in denen viel Wasser benötigt wird, gesichert werden kann und dafür gesorgt wird, dass ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Die Situation ist laut Walker regional sehr unterschiedlich. Während die einen wenig Probleme haben, gibt es andere Kommunen, die bereits heute im Sommer an manchen Tagen nicht mehr genügend Wasser aus ihren Quellen bekommen.

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