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Wie ein Schwarzwälder Künstler sich als Comedian neu entdeckt

Cossu heißt eigentlich Lukas Nils Staier und studierte um Lehrer zu werden - dann entdeckte er jedoch seine Liebe für Kunst und Comedy.
dpa/Marijan Murat)Freiburg. Er war in der Schule der Klassenclown und suchte trotzdem lange Zeit nach einem Zugehörigkeitsgefühl. Heute steht Lukas Staier unter dem Künstlernamen „Cossu“ auf der Bühne – und bringt zahlreiche Leute zum Lachen. Cossu ist heute Comedian, dabei hat er zunächst mit Musik angefangen.
Der 36-Jährige stammt aus Haslach im Kinzigtal, wuchs dort in einem kleinen Schwarzwald-Ort auf und lebt inzwischen wieder in Freiburg. Dazwischen lagen Stationen in Heidelberg und Stuttgart: Zivildienst, Lehramtsstudium, Arbeit als Erzieher – und parallel der Versuch, als Rapper Fuß zu fassen. Mit zwölf Jahren begann Staier, eigene Texte zu schreiben. Deutschrap habe ihn damals abgeholt, weil er sich in den Geschichten vieler Künstler wiedergefunden habe: „In meinem Herzen bin ich immer noch Rapper“, sagt er heute. Besonders Künstler wie Samy Deluxe hätten ihm das Gefühl gegeben, verstanden zu werden. Er habe sich von seinem Umfeld oft nicht verstanden gefühlt, Raptexte konnte er oft nachvollziehen.
Seine Musik beschreibt er als politischen Rap. Persönliche Texte bestimmten lange seine Songs – der große Durchbruch blieb jedoch aus.
Nach dem Lehramtsstudium wollte Staier der Musik trotzdem noch einmal eine echte Chance geben. Vier Jahre nahm er sich Zeit, um als Rapper erfolgreich zu werden. Als schließlich das Referendariat bevorstand, traf er eine einschneidende Entscheidung: „Ich habe noch Hunger, ich habe noch Bock, ich will weitermachen mit Kunst.“ Also sagte er den Start als angehender Lehrer kurzfristig ab – und lud stattdessen sein erstes Comedy-Video auf TikTok hoch.
Der Zeitpunkt spielte ihm in die Karten. Während der Pandemie experimentierte Staier mit kurzen Dialekt-Videos auf Instagram und TikTok. Die Clips gingen viral, innerhalb weniger Monate wuchs seine Reichweite rasant: „Dann habe ich vier Monate lang jeden Tag ein neues Video hochgeladen“, erzählt er. Aus einigen Tausend Followern wurden schnell mehr als 100.000.
Dass Humor schon immer ein Teil seiner Persönlichkeit war, sei für sein Umfeld keine Überraschung gewesen: „Ich war schon immer eher der Klassenclown“, sagt Staier. Über Kontakte zu Comedian Bülent Ceylan kam er früh mit der Comedy-Szene in Berührung, verkaufte zunächst Merchandise bei Tourneen und stand später selbst im Vorprogramm auf der Bühne. Die Musik hat Staier trotz seines Erfolgs als Comedian nie aufgegeben. Er probiert sich in der Musikrichtung aber gerne aus: Viele seiner erfolgreichsten Videos sind Musikparodien, auf der Bühne verbindet er Comedy weiterhin mit Rap. Mit Songs wie „Schwarzwald Vibe“ erzielte er Millionen Klicks.
Inzwischen steht Staier mit seinem Programm „We are the Germans“ live auf der Bühne. Darin beschäftigt er sich mit Alltagsbeobachtungen und deutschen Eigenheiten. Trotzdem verstünden manche Menschen nicht, dass er auch Deutscher ist: „Ich rede nicht über „die Deutschen“, sondern über „uns“ – ich bin Teil davon.“ Denn sein Dialekt ist nicht aufgesetzt, sondern das Resultat einer Kindheit auf dem Dorf.
Auch im Fernsehen und als Schauspieler ist Staier präsent. Nach kleineren Rollen, unter anderem im Film Nightlife, arbeitet er aktuell an einem größeren Projekt. An was genau will er noch nicht verraten: Aber diesen Sommer wird einiges passieren, was Schauspiel angeht.“ Denn vor allem zum Schauspiel und zu Liveauftritten zieht es ihn: „Wenn sich diese beiden Zweige weiterführen lassen, bin ich glücklich.“