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Bosch-Chef Stefan Hartung: „Wir müssen den Verbrenner nicht für tot erklären“

Bosch-Chef Stefan Hartung hält den harten Kurs der EU gegen den Verbrenner für einen Fehler. Die Technologie werde noch jahrzehntelang gebraucht – auch über das Auto hinaus.
Bosch/Ralf Grömminger)Stuttgart . Stefan Hartung, der Vorsitzender der Geschäftsführung des Stuttgarter Technologiekonzerns Bosch, hält nichts vom Abgesang auf den Verbrenner. „Wir müssen den Verbrenner nicht dauernd für tot erklären“, erklärte er in einem Podcast von Table Media. Die Technologie werde noch ein bis zwei Arbeitsleben lang gebraucht.
Verbrenner werden weltweit noch über viele Jahrzehnte gebraucht
Selbst der harte Kurs der EU gegen die Verbrennungstechnologie werde Benzin- und Dieselmotoren nach Meinung Hartungs „nicht einmal ansatzweise zum Verschwinden bringen“ – weder in Europa noch weltweit. Dass Verbrenner im europäischen Pkw-Markt an Bedeutung verlieren werden, ändere nichts daran, dass sie weltweit noch über viele Jahrzehnte hinweg einen wichtigen Beitrag leisten werden. Hartung verweist dabei auf die USA. Deren Prognosen zufolge werden bis zum Jahr 2035 bis zu 50 Prozent aller Neufahrzeuge weiterhin einen Verbrennungsmotor haben, so Hartung. In China liege der Anteil zwischen 20 und 30 Prozent. Europa wolle dagegen bis dahin auf null Prozent kommen. „Da würde ich mal sagen: Europa ist ungewöhnlich.“
Die Technologie gebe es in unendlich vielen anderen Verkehrsmitteln
Der promovierte Maschinenbauer, der seit Januar 2022 Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH ist, führt auch Anwendungen außerhalb des Automobilsektors an: Die Verbrenner-Technologie werde genauso in Notstromaggregaten in jedem Krankenhaus gebaucht. „Wir haben sie zudem in unendlich vielen anderen Verkehrsmitteln“, so der Bosch-Chef. In Rechenzentren seien Dieselmotoren häufig die letzte Absicherung der Stromversorgung, wenn die Batteriepufferung ausfällt. Auch für die Verteidigung sei die Technologie unverzichtbar.
Auch bei Porsche rudert man mittlerweile von einer alleinigen Elektro-Strategie zurück. Porsche zahlt für die Abkehr von einer reinen Elektrostrategie und die Rückkehr zum Verbrenner Milliardenbeträge. Je nach Quelle liegen die direkten und indirekten Kosten zwischen rund 2,4 und 3,9 Milliarden Euro. Zuletzt hat Porsche-Chef Michael Leiters einer vollelektrischen Version des Sportwagens 911 eine Absage erteilt.