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Künstliche Intelligenz

Die Großbaustelle des KI-Campus IPAI in Heilbronn nimmt Fahrt auf

Der neue IPAI-Campus für die Entwicklung von KI-Anwendungen in Heilbronn ist nach Stuttgart 21 die derzeit größte Baustelle in Baden-Württemberg. Ein halbes Jahr nach dem Spatenstich nutzten mehr als 1000 Besucher den Tag der offenen Tür, um sich über das Projekt zu informieren.
Gruppe mit Schutzwesten auf einer Baustelle, Industriegebäude im Hintergrund.

Mehr als 1000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür auf den neuen KI-Campus in Heilbronn.

IPAI/Nico Kurth)

Heilbronn. Um mit dem Auto von der Innenstadt Heilbronns zum Innovation Park Artificial Intelligence, kurz IPAI, zu kommen, muss man auf die Karte oder das Navi schauen, obwohl die Großbaustelle mit ihren zehn Kränen schon von Weitem zu sehen ist. Für die Besucher des Tages der offenen Tür am vergangenen Wochenende war die Anreise jedoch einfach. Sie wurden mit Shuttlebussen vom derzeitigen IPAI-Sitz im Heilbronner Hafen auf die Baustelle gebracht.

Viele der Besucher zeigten sich von dem Projekt beeindruckt. Das liegt zum einen an der schieren Größe. Der kreisrunde Campus, leicht erhöht auf freiem Feld zwischen zwei bestehenden Gewerbegebieten gelegen, hat eine Fläche von 30 Hektar, was 42 Fußballfeldern entspricht. Entsprechend dauerte der Rundgang für die Besucher rund eine Stunde, obwohl es nur zu drei Stationen ging, um die Bereiche vorzustellen, die derzeit schon im Bau sind.

Tunnelsystem ermöglicht autofreie Versorgung

Auf großes Interesse stieß das Mobilitätskonzept. Denn der Campus, der der größte für die Entwicklung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz werden soll, ist komplett autofrei geplant. Die einzige Zufahrt für Autos endet am sogenannten Mobility Hub. Der vereint unter anderem ein Parkhaus und ein Logistikzentrum, von dem aus der gesamte Campus versorgt wird. Dafür werden alle Gebäude mit einem Tunnelsystem verbunden, durch das der Transport abgewickelt wird.

Neben dem Mobility Hub entstehen im ersten Bauabschnitt das Kommunikationszentrum, das auch dem Austausch mit und der Information der Bevölkerung dienen soll, sowie die drei Gebäude, die der eigentlichen Arbeit des IPAI dienen: ein Hochhaus, das vor allem von den Partnern und Mitgliedern der Plattform genutzt werden soll, ein Gebäude speziell für Start-ups aus dem KI-Bereich und ein Reallabor für Entwicklungen über Software hinaus, etwa in der Robotik. Diese drei Gebäude liegen unmittelbar nebeneinander und verfügen zusammen über mehr als 35 000 Quadratmeter Bruttofläche.

Wenn man die Erdarbeiten einrechnet, wird seit einem Jahr auf den Steinäckern, wie die Gemarkung heißt, gebaut. Und bereits Ende kommenden Jahres, spätestens Anfang 2028 sollen die geplanten Gebäude bezugsfertig sein. „Bislang liegen wir im Zeitplan“, erklärt ein IPAI-Sprecher.

Abwärme von Fleischwerk der Schwarz-Gruppe für Campus

Wie es nach dem ersten Bauabschnitt weitergeht und was dann weiter auf dem Campus gebaut werden soll, will die IPAI-Management GmbH am Bedarf ausrichten. Es könne sein, dass man später mehr Raum für temporäres Wohnen, etwa für Gastwissenschaftler brauche oder mehr Büro- und Laborflächen für weitere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, erklärt eine Mitarbeiterin an einer der Stationen.

Höchste Zertifizierung für nachhaltiges Bauen angestrebt

Durchgeplant ist allerdings das ökologische Konzept für den neuen Heilbronner KI-Stadtteil. Der Campus soll von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen eine Platin-Zertifizierung bekommen, die höchste, die vergeben wird. Dazu trägt das Mobilitätskonzept ebenso bei wie die Auswahl der Baumaterialien, der Grad der Versiegelung und das Energiekonzept. Neben Photovoltaik auf Dächern und Fassaden sowie Geothermie soll auch die Abwärme des Fleischwerks der Schwarz-Gruppe genutzt werden. Lidl- und Kaufland-Gründer Dieter Schwarz ist der Motor hinter dem IPAI. Und auf dem Campus wird zudem ein Schwammstadt-Konzept umgesetzt, bei dem Regenwasser vor Ort gespeichert und genutzt wird.

Eine Frage blieb aber unbeantwortet. „Was kostet das alles“, wollte ein Mann mittleren Alters an der ersten Station wissen. „Über das Finanzielle sprechen wir nicht“, antwortete die IPAI-Mitarbeiterin. Beim Spatenstich im Herbst war von drei Milliarden Euro die Rede gewesen.

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