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Influencer

Inscope21: Ein Stuttgarter liebt das Entertainment

Kein klassischer Karriereplan – dafür Millionen Aufrufe im Internet. Nicolas Lazaridis hat vieles anders gemacht als die meisten Menschen. Unter dem Namen „Inscope21“ begleitet ihn seine Community seit über einem Jahrzehnt durch die unterschiedlichsten Lebensphasen. Wie sich ein Leben vor der Kamera anfühlt und warum Erfolg nicht vor Selbstzweifeln schützt.
Zwei Menschen vor einem Schaufenster. Text: "OUDYSSEUS OLAKALA".

Sein bürgerlicher Name ist Nicolas Lazaridis, genannt "Nico" - im Netz ist er als "Inscope21" bekannt.

COMBINE MANAGEMENT GmbH)

Stuttgart. Für die meisten Menschen beginnt die berufliche Karriere nicht im Kinderzimmer. Anders bei Nicolas Lazaridis, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Inscope21“. Schon mit 15 Jahren machte er das, was ihm Spaß bereitete, und lud Videos auf YouTube hoch. Eine Berufsausbildung hat er bis heute nicht absolviert. Stattdessen baute sich der Influencer aus Stuttgart seine Karriere auf der Videoplattform auf und entwickelt sie bis heute kontinuierlich weiter.

Dabei ist der Beruf des Influencers gar nicht so weit von dem entfernt, was der heute 31-Jährige schon als Kind machen wollte: „Ich habe mich früher immer selber abgefilmt, mit der Kamera von meiner Oma“, erzählt er. Zeitweise träumte er davon, Moderator zu werden – so wie sein Vorbild Stefan Gödde. Dieser moderierte damals die Wissenssendung Galileo, eigentlich ein Format mit deutlich ernsteren Themen als jene, für die Lazaridis heute bekannt ist. Seine Videos sind vor allem unterhaltsam und humorvoll: „Es macht mir auch am allermeisten Spaß, Unterhaltungscontent zu machen.“ Auf YouTube betreibt er zwei Kanäle, auf denen er unterschiedliche Seiten seines Lebens und seiner Persönlichkeit zeigt. Darüber hinaus ist er auf Plattformen wie Instagram und TikTok aktiv – und längst nicht mehr nur mit Videos.

Vor acht Jahren gründete er seine Modemarke

Mit „Ola Kala“ hat der Stuttgarter inzwischen eine eigene Modemarke etabliert und erweitert sein Portfolio nun auch um eigene Parfüms. Dass er dieses Interesse beruflich nutzen wollte, kommt nicht von ungefähr: In seinem Büro stehen 115 Düfte, die er natürlich geschützt vor Sonnenlicht aufbewahrt.

Angefangen habe alles aus dem Gedanken heraus, eigenen Merch herauszubringen. Merch sind sogenannte Fanartikel, also Produkte, die eine Marke oder einen Künstler repräsentieren, oft mit individuellen Designs versehen. Ola Kala habe sich dann aber schnell zu einer eigenständigen Fashion-Brand entwickelt. Der Aufbau der Marke sei mit großen Herausforderungen verbunden gewesen. Neben Design, Produktion und Logistik müssten Kollektionen langfristig geplant und Marketingkampagnen vorbereitet werden.

Außerdem hat er ein weiteres Hobby in seinen Alltag als Webvideoproduzent eingebunden: den Sport. Neben Fitness-Content entwickelte er zusammen mit seinem Team die App MCI. Die Idee entstand während des Aufbaus von Ola Kala, als er und sein Team begannen, einen Teil ihrer Einnahmen in ein weiteres Unternehmen zu investieren. Sie soll Nutzer dabei unterstützen, ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Die Anwendung bietet Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Training, Ausdauer und Mobility. Sie stellt zum Beispiel individuell auf den Nutzer zugeschnittene Trainings- und Ernährungspläne zusammen.

Seine Ehrlichkeit mache ihn für seine Fans greifbar

Sein Videocontent ist ebenso facettenreich wie er selbst: „Dadurch, dass ich das seit 16 Jahren mache, habe ich natürlich verschiedene Phasen auf Social Media durchlebt“, erinnert er sich. Tatsächlich konnten seine Follower ihn seit 2010 beim Erwachsenwerden begleiten. Auf demselben Kanal, auf dem er früher über Videospiele sprach, machte Lazaridis 2019 mit einer kontrovers diskutierten Aktion auf die Überfischung der Meere aufmerksam, bei der er angeblich ein Delfinbaby gegessen haben soll. Drei Jahre später teilte er mit seiner Community die Nachricht, dass er Vater wird: „Es ist ein relativ transparentes Durchleben von Lebensphasen, die ich mit meiner Community geteilt habe“, immer im Mantel von Entertainment, Fashion-, oder Sport-Content, sagt er. In den sozialen Medien beneiden ihn viele um seine Karriere. Doch so dankbar er für sein Leben auch ist, gab es immer wieder Schattenseiten: „Wenn ich mental nicht ganz auf der Höhe war und trotzdem Unterhaltungsvideos abliefern musste, ist das auch eine Herausforderung für mich gewesen.“ Oft werde übersehen, dass Menschen des öffentlichen Lebens dauerhaft unter Druck stehen: „Wie sieht mein nächstes Video aus? Werde ich in einem Jahr noch relevant sein? Werde ich gut genug sein können, um weiterzumachen?“ Selbstzweifel seien auch für ihn kein Fremdwort. Aber diese Zweifel und sich auch einmal unangenehmen Fragen der Follower zu stellen, sei Teil des Berufs: „Du lädst Content über dich selber hoch, erzählst Sachen über dich, und Leute bewerten und fragen danach oder urteilen sogar.“ Damit müsse man als Influencer umgehen können. Aktuell befinde er sich jedoch in einer besonders guten Phase seines Lebens: „Ich habe die Möglichkeit, gerade mit gesundem Kopf und einer Menge Energie an meine Arbeit ranzugehen, das macht mir unglaublich Spaß.“ An kreativen Einfällen mangelt es ihm nicht. Oft muss er sich selbst zurückhalten, um nicht noch mehr Projekte zu starten. Seine Energie steckt er stattdessen in die kontinuierliche Entwicklung neuer Videos, Düfte und Kollektionen: „Ich habe mich einfach extrem in diese Themen verliebt“, schwärmt er.

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