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LBBW Research

Baden‑Württemberg muss mit Null-Wachstum rechnen

Die baden‑württembergische Wirtschaft kommt auch 2026 nicht aus ihrer Schwächephase heraus. Nach Einschätzung des LBBW Research wird die Wirtschaft im Südwesten in diesem Jahr nicht wachsen. Im Vergleich von zwölf Bundesländern wäre Baden‑Württemberg damit Schlusslicht.
Zug auf Gleisen bei Sonnenuntergang, umgeben von Stromleitungen und Bäumen.

Im Vergleich der zwölf Bundesländer ist Baden‑Württemberg das Schlusslicht beim Wachstum.

KI-generiert, Prompt: Leja)

Stuttgart . Baden-Württemberg droht 2026 ein Nullwachstum. Das prognostizieren die Forscher des LBBW-Research. Im ersten Quartal 2026 hatte es noch einen kurzen Lichtblick gegeben: Das BIP legte gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zu. Doch die Lage vieler Unternehmen bleibt angespannt, auch wenn sich die Exporterwartungen zuletzt leicht aufgehellt hatten. Das Geschäftsklima trübt sich erneut ein und fiel nach dem L‑Bank‑ifo‑Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten Wert seit Februar 2025.

Konsumlaune verschechtert sich

Zumal sich gleichzeitig die Konsumlaune verschlechtert. So ist der GfK‑Konjunkturklimaindex im Südwesten auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Für die LBBW‑Ökonomen ist das ein Hinweis darauf, dass Unsicherheit und Preissorgen die Konsumlust weiter bremsen dürften.

„Baden‑Württemberg steckt mitten in einer Strukturkrise“, sagt Guido Zimmermann, Senior Economist im LBBW Research. Für einen Befreiungsschlag seien weniger Bürokratie, bessere Infrastruktur und verlässliche Investitionsbedingungen nötig.

Während der Südwesten stagniert, ist Deutschland insgesamt besser ins Jahr gestartet. Das BIP wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent und damit stärker als im Euroraum. Für das zweite Quartal rechnet LBBW Research jedoch mit einem nachlassenden Tempo. Die Jahresprognose bleibt bei 0,3 Prozent für 2026 und 0,8 Prozent für 2027.

Schwäche des Landes spiegelt sich auch an der Börse wider

Auch an der Börse zeigt sich die Schwäche des Landes. Der BWAX, der Aktienindex baden‑württembergischer Unternehmen, verlor von März bis Mai 6,0 Prozent und seit Jahresbeginn 17,7 Prozent. Der DAX gab im gleichen Zeitraum nur 2,9 Prozent nach. Die Entwicklung spiegele die Skepsis der Märkte gegenüber zentralen Branchen im Südwesten, sagt Investmentanalyst Henning Oligmüller.

Ein weiteres drängendes Thema ist der Wohnungsmarkt. Hohe Finanzierungskosten, steigende Baupreise (+4,1 % im ersten Quartal) und eine extrem niedrige Leerstandsquote von 1,0 Prozent verschärfen die Lage. Der Wohnflächenbedarf pro Kopf erreichte 2024 mit 49 Quadratmetern einen Höchstwert. Besonders einkommensschwache Haushalte geraten unter Druck. „Wohnen ist längst ein Standortfaktor“, betont Sabrina Kremer, Senior Sustainability Analyst.

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