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Ein Stuttgarter Student will aus fremden Menschen Freunde machen

Tim Weltner veranstaltet Aktionen in Stuttgart, an denen jeder teilnehmen kann.
Weltner)Stuttgart. Auf Instagram, TikTok und Co werden immer wieder Stimmen laut: Sie berichten von Einsamkeit, vom Gefühl nirgends dazuzugehören oder dem Fehlen einer besten Freundin. Viele Menschen haben Angst, komisch zu sein und deshalb keine Freunde zu finden. Dass das nicht so ist, möchte ihnen Tim Weltner zeigen. Der 28-jährige Student lebt seit drei Jahren in Stuttgart und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fremde zu Freunden zu machen: „Ich wollte immer einen Mehrwert für die Menschheit schaffen“, sagt Weltner. Sein Traum sei es schon immer gewesen, Menschen zu verbinden.
Deshalb begann er, Videos in den sozialen Medien zu veröffentlichen, in denen er zu gemeinsamen Aktivitäten aufruft. Jeder, der mitmachen möchte, sei willkommen. So brachte er bei einer Wasserschlacht etwa 50 Menschen zusammen. An den Spaziergängen, die im Juni an jedem Wochenende stattfanden, nahmen sogar rund 100 Personen teil.
Er wollte das Problem Einsamkeit lösen
Auch ein gemeinsames Public Viewing eines WM-Spiels gehörte bereits zum Programm: „Jeder hat das Trikot seiner Nation angezogen, egal ob Türkei oder Deutschland“, jeder habe gemeinsam getanzt und gefeiert.
Für die kommenden Sommermonate sind bereits weitere Veranstaltungen geplant, darunter ein Mitternachtsspaziergang und ein gemeinsames Picknick, an dem ausschließlich Mädchen teilnehmen können. Damit sich alle wohlfühlen, hat Weltner mit der Zeit ein kleines Organisationsteam aufgebaut. Dabei war ihm wichtig, auch weibliche Unterstützerinnen einzubeziehen. So sollen Mädchen die Möglichkeit haben, sich untereinander besser zu vernetzen. Gleichzeitig ist Weltner dankbar für die Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltungen und der Moderation der Gruppen.
Für alle Interessierten gibt es im Vorfeld WhatsApp-Gruppen, die nach Alter eingeteilt sind. Das Durchschnittsalter liege bei etwa 20 Jahren. Das Gefühl, nicht richtig anzukommen, sei jedoch kein Generationenproblem, meint Weltner. Einsamkeit gebe es in allen Altersgruppen, das moderne Leben habe sie jedoch verstärkt: „Durch Social Media, durch das ständige Vergleichen und natürlich durch Corona, haben viele eine soziale Angst entwickelt“, sagt er. Viele hätten Angst, etwas Falsches zu sagen, oder hätten verlernt, andere Meinungen zu respektieren. Außerdem vermittelten soziale Medien ein Trugbild, so Weltner: „Wir vergleichen uns immer mit den idealen Postings anderer.“
Bevor er die Idee hatte, Stuttgart näher zusammenzubringen, hat Weltner an etwas anderem gearbeitet: Einer App namens „Started“. Sie sei noch in der Entwicklung, nach Ende seiner Prüfunfsphase möchte er sich aber wieder vermehrt dahinterklemmen. Unter dem Motto: „Raus aus dem Scrolling, rein ins echte Leben“, können Nutzer anschließend eigene Events öffentlich machen oder entdecken, welche es in ihrer Nähe gibt.
Weltner möchte keine App promoten, sondern ein Gefühl
Weltner studiert an der Hochschule der Medien in Stuttgart und wurde von Vertretern der Studierendenschaft kontaktiert. Hochschulen wie Studierende könnten sich registrieren, um Ersti-Partys oder Lerngruppen zu posten: „Die Idee fanden sie toll.“