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Umfrage von Haus & Grund Württemberg

Viele private Vermieter erwägen, aufzugeben

Zwei von drei privaten Vermietern denken darüber nach, aufzugeben. Eine neue Umfrage von Haus & Grund Württemberg zeigt, wie tief der Frust sitzt. Die Folgen für die Wohnraumversorgung im Land wären dramatisch.
Zwei Schlüssel auf einem Wohnungs-Mietvertrag.

Viele private Vermieter erwägen laut Haus & Grund Württemberg, Wohnungen zu verkaufen oder sich ganz aus der Vermietung zurückzuziehen. Der Verband warnt vor weiteren Folgen für den angespannten Wohnungsmarkt.

IMAGO/Zoonar.com/Markus Grummt)

Stuttgart . Rund zwei von drei privaten Vermietern erwägen, ihre Vermietungstätigkeit künftig ganz oder teilweise aufzugeben – viele denken sogar über den Verkauf ihrer Mietwohnungen nach. Das zeigt eine aktuelle Mitgliederbefragung von Haus & Grund Württemberg.

„Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal“, sagt Sebastian Nothacker, Vorstand von Haus & Grund Württemberg. „Vermieten muss sich lohnen, sonst macht es keiner mehr. Wenn sich private Vermieter zunehmend aus der Vermietung zurückziehen, verschärft sich der Wohnungsmangel weiter.“

Rund 80 Prozent der Mietwohnungen stammen von Kleinvermietern

Private Eigentümer stellen laut Verband den Großteil des Mietwohnungsangebots: Rund 80 Prozent der Mietwohnungen in Baden‑Württemberg stammen von ihnen. Ein schrittweiser Rückzug dieser Gruppe würde das Angebot weiter verknappen – mit „erheblichen Auswirkungen“ auf die Wohnraumversorgung im Land, so Nothacker.

Der Dachverband Haus & Grund Deutschland hat die Gründe für die wachsende Zurückhaltung untersucht. Viele Vermieter fühlen sich durch ständig wechselnde politische Signale verunsichert – etwa beim Gebäudeenergiegesetz (GEG). Die Folge: Investitionen werden zurückgestellt, Vermietung erscheint weniger planbar.

Besonders die hohen energetischen Anforderungen überfordern viele private Kleinvermieter: Dämmung, Heizungstausch und andere Klimaschutzvorgaben, die meist aus Eigenkapital finanziert werden müssen. Komplexe Förderprogramme, technische Normen und umfangreiche Dokumentationspflichten verstärken den Druck.

Laufende Kosten steigen schneller als die Mieteinnahmen

Gleichzeitig steigen laufende Kosten für Instandhaltung, Verwaltung und Versicherungen oft schneller als die Mieteinnahmen. 37,5 Prozent der Vermieter geben an, dass ihre jährlichen Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Viele Vermieter passen Mieten nur moderat an oder verzichten lange auf Erhöhungen – aus sozialer Rücksicht. Das führt zu niedrigen Renditen, während Investitionsanforderungen steigen. Zudem fühlen sich Vermieter zunehmend als Problemgruppe dargestellt – als Preistreiber, Modernisierungsverweigerer oder Bremser der Energiewende.

Nun sorgt auch die geplante Mietrechtsreform 2026 für großen Unmut. Sie begrenzt Möblierungszuschläge, deckelt Indexmieten, schneidet Kurzzeitmietmodelle ab und verschärft die Pflichten für Vermieter.

Die Umfrage verdeutlicht nach Ansicht von Haus & Grund Württemberg, wie wichtig verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für private Vermieter sind. Nur wenn Vermietung wirtschaftlich tragfähig und rechtlich kalkulierbar bleibe, könne der dringend benötigte Mietwohnungsbestand langfristig gesichert werden.

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