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Neuanfang gefordert

Konflikt in Wutach: Gemeinderat und Bürgermeister suchen die Öffentlichkeit

Der Streit in der Wutacher Kommunalpolitik scheint weiter zu gehen. Während der Gemeinderat gemeinsam mit dem Verein Mehr Demokratie eine Pressekonferenz angekündigt hat, will auch der Bürgermeister seine Sicht auf die Zusammenarbeit öffentlich darlegen. 
Zweistöckiges Haus mit rotem Dach, blauen Fensterläden, Blumenkästen und Turm.

Bürgermeister Pfliegensdörfer ist erst kürzlich aus der Elternzeit in das Wutacher Rathaus zurückgekehrt.

dpa/imageBROKER/Gerald Abele)

Wutach.  Der Wutacher Gemeinderat lädt gemeinsam mit dem Verein Mehr Demokratie am Freitag zu einer Pressekonferenz unter dem Titel „Vertrauen verspielt – jetzt braucht Wutach einen Neuanfang“ ein. Welche konkreten Inhalte dabei zur Sprache kommen, ist bislang nicht bekannt. Der Titel deutet jedoch darauf hin, dass die aktuelle Vertrauenskrise und die politische Zukunft der Gemeinde im Mittelpunkt stehen werden. 

Ende 2025 spitzte sich der Streit zu

Seit Jahren belastet ein Konflikt zwischen Bürgermeister und Gemeinderat die Gemeinde Wutach im Kreis Waldshut. Nach Darstellung des Gemeinderats kam es nach dem Amtsantritt Pfliegensdörfers im Jahr 2023 zu einer hohen Personalfluktuation und Problemen bei der Besetzung wichtiger Verwaltungsstellen.

Ende 2025 spitzte sich der Streit zu: Der Gemeinderat wirft dem Bürgermeister vor, nach einer Krankmeldung ohne Übergabe der Amtsgeschäfte in eine mehrmonatige Elternzeit gegangen zu sein. Daraufhin setzte das Landratsamt Waldshut einen Interimsleiter für die Verwaltung ein. Pfliegensdörfer weist diese und weitere Vorwürfe zurück. Eine Bürgerinitiative sammelte nach eigenen Angaben innerhalb von vier Wochen 640 Unterschriften für eine Neuwahl – rund zwei Drittel der Wahlberechtigten der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde.

Der Bürgermeister kündigt seinerseits eine Pressekonferenz an

Bürgermeister Pfliegensdörfer (parteilos) ist seit rund drei Wochen aus der Elternzeit zurück. Gegenüber der Badischen Zeitung erklärte er, er strebe eine sachliche Zusammenarbeit und eine „akkurate Sacharbeit“ an. Zugleich äußerte er Kritik an der Initiative des Vereins Mehr Demokratie.

Der Bürgermeister kündigte nun seinerseits an, die Öffentlichkeit, Medien und Mitglieder des Gemeinderats vor der Pressekonferenz über seine Sicht auf die aktuelle Situation zu informieren. Nach seinen Angaben sei er zu der Veranstaltung des Gemeinderats nicht eingeladen worden. In einem eigenen Pressegespräch will er am Freitagvormittag seine Einschätzung der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat darlegen, Abläufe aus Sicht der Verwaltung erläutern und einen Drei-Punkte-Plan für eine konstruktive und zukunftsorientierte Zusammenarbeit in Wutach vorstellen.

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