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Wachstumsbranche

Green Tech spielt wichtige Rolle bei der Zukunftsstrategie des Landes

Green Tech ist eine Wachstumsbranche im Land. Und sie bietet nicht nur Perspektiven für Start-ups, sondern auch für bestehende Unternehmen, etwa Automobilzulieferer, die sich hier zusätzliche Standbeine aufbauen können. 
Frau spricht in ein Mikrofon, blaue Hintergrundwand.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sieht Green Tech längst nicht mehr als Nischenfeld. Unternehmen im Land sollen vom weltweiten Markthochlauf profitieren – unterstützt unter anderem durch Plattformen, Allianzen, einen Branchenatlas und Delegationsreisen.

dpa/Jennifer Kramer)

Stuttgart. Auch wenn die Wirtschaft im Land derzeit schwächelt, Green Tech wächst und bietet nach Ansicht der Landesregierung enorme Chancen für Baden-Württemberg. „Umwelt- und klimafreundliche Technologien sind das Geschäftsmodell der Zukunft. Green Tech ist jetzt schon eine Leitbranche für Baden-Württemberg. Die Innovationen von heute sind die Exportschlager von morgen“, sagt Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne). Er will Green Tech ganz oben auf die politische Agenda setzen. Und Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) ergänzt: „Mit dem Schutz von Umwelt, Klima, Wasser, Luft und Böden lässt sich Geld verdienen.“

Green Tech ist ein Wachstumsmarkt . Das macht eine Studie der Landesagentur Umwelttechnik in Baden-Württemberg deutlich. Rund 205.200 Menschen arbeiten inzwischen im Südwesten in dem Bereich, das entspricht 3,1 Prozent der Erwerbstätigen. Mehr sind es nur in Nordrhein-Westfalen und in Bayern. Zum Vergleich: in der Elektroindustrie arbeiten im Südwesten 210.300 Menschen, im Maschinenbau 302.500, im Fahrzeugbau 232.200 und im Baugewerbe 368.600 Menschen. Der Anteil von Green Tech an den Ausfuhren beträgt 2,8 Prozent. 2025 wurden in dem Bereich Waren in einer Höhe von 6,7 Milliarden Euro aus Baden-Württemberg exportiert. Zur Bruttowertschöpfung trägt die Branche inzwischen mit 4,3 Prozent oder 26,6 Milliarden Euro. Tendenz: steigend.

Neue Zukunftsperspektiven für Unternehmen im Land

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sieht in Green Tech neue Zukunftsperspektiven für die Unternehmen im Land. „Damit erhöhen wir sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Resilienz des Standorts Baden-Württemberg.“

Green Tech umfasst Technologien, die der Umwelt dienen sollen. Dazu zählen beispielsweise Energieeffizienz, Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, erneuerbare Energien, Rohstoff- und Materialeffizienz und die Luftreinhaltung. „Wir reden über Lösungen, wie unsere Industrie mit weniger Energie und Ressourcen zu besseren Ergebnissen kommt. Wir reden aber auch über Lösungen, wie zum Beispiel Seltene Erden zurückgewonnen werden können und wir damit souveräner, also weniger abhängig von China werden. Und wir reden darüber, Schadstoffe aus dem Wasser zu entfernen oder aus Böden herauszuhalten“, nennt Walker Beispiele.

Branche reicht von Start-ups bis zu kleinen und mittleren Unternehmen

Die Green-Tech-Branche im Land ist vielfältig, von Start-ups bis hin zu kleinen und mittleren Unternehmen. Um die Branche zu unterstützen, wurden eine Reihe von Dingen auf den Weg gebracht. Dazu zählt etwa die Green-Tech-Plattform , die Green-Tech-Allianz und der Green-Tech-Atlas . Auch bei Delegationsreisen der Wirtschaftsministerin spielt das Thema eine Rolle. „Green Tech ist schon lange kein Nischenfeld mehr. Wir müssen alles daran setzen, dass unsere Unternehmen an diesem Markthochlauf, der weltweit passiert, teilhaben“, sagt Hoffmeister-Kraut.

Green Tech kann Unternehmen Chancen bieten, ist die Ministerin überzeugt. Und sie nennt Beispiele. So erschließe sich der Zulieferer für Verbrennerfahrzeuge Klinger neue Felder im Bereich der Batterie- und Brennstoffzellentechnologie. Schmalz nutze seine Kompetenz in der Vakuumtechnik, um sich im Bereich Redox-Flow-Batterien zu positionieren. „Da passiert viel“, so Hoffmeister-Kraut.

Land sieht sich auch bei der Forschung gut aufgestellt

Solche und weitere Aktivitäten fördert das Land über Invest BW. „Wir haben vier Förderaufrufe mit mehr als 100 Millionen Euro für Umwelttechnik und Klimaschutzinnovationen bereitgestellt. Das trägt jetzt Früchte“, so die Wirtschaftsministerin. Und Umweltministerin Walker macht deutlich, dass ein wesentlicher Teil des weiteren Wachstums der Branche von der Energiewende abhängt.

Für die Landesregierung ist in jedem Fall klar: Green Tech wird ein Teil der High-Tech-Agenda des Landes sein, mit der Zukunftsfelder in Baden-Württemberg gezielt gefördert werden sollen.

Und auch in der Forschung sieht sich das Land bei Green Tech gut aufgestellt. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) ist überzeugt: „Wir vereinen industrielle Kompetenz, Spitzenforschung und innovativen Mittelstand – eine im europäischen Vergleich einmalige Konstellation für Green Tech und ein echter Wettbewerbsvorteil: Denn wer bei Recycling-Technologien und Kreislaufwirtschaft die Nase vorn hat, gewinnt auch im Wettlauf um Rohstoffe und Energieressourcen.“

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