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Die heimische Wirtschaft setzt auf die Ukraine

Botschafter Oleksii Makeiev, Vizegouverneurin Khrystyna Zamula und Wirtschaftsministerin NicoleHoffmeister-Kraut (rechts) wollen mehr wirtschaftliche Kooperation zwischen Baden-Württemberg und der Region Lviv.
Jürgen Schmidt)Stuttgart. Vor einem knappen halben Jahr haben Baden-Württemberg und die Region Lviv aus dem Nordosten der Ukraine ein Partnebei rschaftsabkommen unterschrieben, nun ging es bei einem Wirtschaftsforum in Stuttgart darum, konkrete Kontakte zwischen Unternehmen aus beiden Ländern zu knüpfen. „Wir sehen ein großes Potenzial“, erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Rande der Veranstaltung mit rund 300 Teilnehmern.
Damit steht sie nicht alleine. Einer Umfrage für die Außenhandelskammer Ukraine zufolge wollen 38 Prozent der deutschen Unternehmen, die dort tätig sind, ihr Geschäft ausweiten. Denn eine große Mehrheit von 80 Prozent stuft ihre Geschäftslage in der Ukraine zumindest als zufriedenstellend ein.
Energie, Rüstung, KI und Medizintechnik sind die wichtigsten Branchen für die Zusammenarbeit
Als wichtigste Felder der Zusammenarbeit bezeichnet die Wirtschaftsministerin die dezentrale Energieversorgung, Künstliche Intelligenz, Drohnentechnologie, aber auch die Medizintechnik und die Gesundheitswirtschaft insgesamt.
Thomas Bürkle, Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg, sieht in den wirtschaftlichen Kontakten nicht nur ein Zeichen der Solidarität mit dem kriegsgebeutelten Land. „Der Wiederaufbau und die Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft bieten für unsere Unternehmen bedeutende Marktchancen.“ Denn in der Ukraine seien Produkte und Technologie gefragt, für die Baden-Württemberg seit Langem stehe.
Region Lviv will auch Produkte in den Südwesten liefern
Eine Einbahnstraße soll die Partnerschaft jedoch nicht sein, auch die Region Lviv rechnet mit Exporten in den Südwesten Deutschlands. Die Region sei etwa in den Bereichen IT und Verteidigung technologisch sehr weit, so die Vizegouverneurin Khrystyna Zamula. Und auch landwirtschaftliche Produkte aus dem Westen der Ukraine könnten für den deutschen Markt interessant sein.
Als Leuchtturm schon bestehender Kooperationen zwischen der Ukraine und Baden-Württemberg bezeichnet der ukrainische Botschafter, Oleksii Makeiev, die Lieferung des Flugabwehrsystems Iris-T von Diehl Defence aus Überlingen. „Iris-T kennt in der Ukraine fast jeder“, betonte der Diplomat.