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Autokennzeichen

Rhein-Neckar-Kreis lässt altes Kfz-Kennzeichen aufleben

Das Heidelberger Landratsamt vergibt ab Oktober das bisher ausgelaufene Kennzeichen des alten Landkreises Sinsheim. Der Nachbarkreis Karlsruhe, in dem der Kreis Sinsheim ebenfalls aufgegangen ist, hält sich Optionen offen, ein weiterer Kreis winkt ab. 
Blaues Autosymbol auf hellblauem Hintergrund, Kennzeichen SNH X123.

Bald wird es im Norden Baden-Württembergs wieder mehr Autos mit dem SNH-Kennzeichen geben.

Illustration: Hoß, Adobe Stock/Martin Haind)

Heidelberg. Der Rhein-Neckar-Kreis führt sein erstes Altkennzeichen wieder ein. Einen entsprechenden Antrag hat das Bundesverkehrsministerium nun genehmigt. Ab Oktober können Autofahrer aus dem Landkreis ihr Kennzeichen mit der Ortskennung SNH für Sinsheim beantragen. Das Landratsamt vergibt demnach neben dem Unterscheidungskennzeichen HD auch das des alten Landkreises.

Alter Landkreis hat mehrere Nachfolger

Der Landkreis Sinsheim fiel der Kreisreform 1973 zum Opfer, seine meisten Gemeinden liegen heute im östlichen Rhein-Neckar-Kreis. Sechs heutige Gemeinden bilden im Kreis Heilbronn die westliche Grenze zum Rhein-Neckar-Kreis und zum Kreis Karlsruhe. In Letzterem gibt es heute fünf Kommunen, die einst eine Geschichte im alten Kreis Sinsheim hatten. Daher musste das Heidelberger Landratsamt sich mit den Kollegen in Heilbronn und Karlsruhe ins Benehmen setzen.

Aus dem Landratsamt in der Fächerstadt kam die Nachricht, man wolle sich am Bewirtschaftungskonzept zum Kennzeichen SNH beteiligen. 30.000 Kennzeichenvarianten hat sich der Kreis Karlsruhe gesichert. Allerdings will das Landratsamt diese nicht sofort ausgeben. Dem Kreis gehe es darum, auf eine zukünftige Einführung vorbereitet zu sein, heißt es aus dem Landratsamt.

Nach mehreren Anläufen hatte der Kreis Ende 2024 die Einführung des Unterscheidungszeichens BR für Bruchsal beschlossen. Weitere Altkennzeichen seien nicht in der Diskussion, so das Landratsamt.

Kein Interesse aus Heilbronn

Ganz abgelehnt hat dagegen der Kreis Heilbronn eine Beteiligung. Der Kreistag hat Anfang Mai keine Notwendigkeit gesehen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Die Ressourcen sollten für die bereits bestehenden Aufgaben zielführender eingesetzt werden.

Der Rhein-Neckar-Kreis setzt damit Anträge der AfD und der SPD im Kreistag um. Ganz einvernehmlich fiel die Entscheidung im Dezember vergangenen Jahres indes nicht aus, 31 der insgesamt 104 Kreisräte stimmten dagegen, sechs enthielten sich. Außerdem diskutierte der Kreistag auch über weitere Kennzeichen-Varianten, allerdings hatte keine davon eine Chance.

Das früher ebenfalls im Kreis gebräuchliche Unterscheidungszeichen MA wird demnach nicht mehr eingeführt, da zeigte die große Nachbarstadt Mannheim dem Landkreis mit seinem Ansinnen nach gemeinsamer Kennzeichenverwaltung die kalte Schulter. Ein Austausch der Kennzeichen – statt HD war ein RNK für Rhein-Neckar-Kreis im Gespräch – fiel ebenfalls durch, das Landes- sowie das Bundesverkehrsministerium rieten davon ab.

60 Kennzeichen werden ausgegeben

Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg laut Verkehrsministerium 60 Kennzeichen , die für einen oder mehrere Landkreise in Benutzung sind. Zuletzt hatte der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald seine Altkennzeichen wieder aktiviert, NEU für Neustadt und MÜL für Müllheim. Auch der Schwarzwald-Baar-Kreis hatte sich seines alten Landkreises Donaueschingen erinnert und das Unterscheidungszeichen DS wieder eingeführt. (wab)

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