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Energiekonzern EnBW

Netzausbau, Windparks und Dekarbonisierung: EnBW-Finanzchef Kusterer sieht Konzern auf Kurs

Trotz eines leichten Ergebnisrückgangs im ersten Halbjahr drückt die EnBW beim Umbau ihres Energiesystems aufs Tempo. Das Unternehmen investierte in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 2,4 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte wie SuedLink und ULTRANET, Windparks sowie flexibel einsetzbare Gaskraftwerke. EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer bestätigte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr.
Mann gestikuliert, Hintergrund mit Windkraftanlagen und Meer.

EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer: Wir befinden uns mitten im größten Investitionsprogramm unsere Unternehmensgeschichte.

dpa/Bernd Weißbrod)

Karlsruhe . Der Karlsruher Energiekonzern die EnBW sieht sich gemessen am Gewinn weiter auf Kurs. „In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres haben wir ein Adjusted EBITDA in Höhe von 2,3 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einem Rückgang von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und liegt im Rahmen unserer Erwartungen“, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag vor Journalisten.

Der Rückgang habe nichts zu tun mit der operativen Leistungsfähigkeit, sondern sei auf reine Bewertungseffekte zurückzuführen so Kusterer. Diese würden sich im Zeitablauf mit der Erfüllung der jeweiligen Geschäfte wieder ausgleichen. Kusterer führte dies zudem auf schwankende Marktpreise für Kohle, Gas, CO₂ und Strom zurück. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Kusterer. Für den Konzern erwarte man einen Gewinn in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Konzernüberschuss betrug zum Ende des ersten Halbjahres 595 Millionen Euro (Vorjahr 632 Mio. Euro).

In den den ersten sechs Monaten rund 2,4 Milliarden Euro investiert

„Die EnBW befindet sich mitten im größten Investitionsprogramm ihrer Unternehmensgeschichte“, sagt Finanzvorstand Thomas Kusterer. Die Bruttoinvestitionen des Konzerns lagen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bei rund 2,4 Milliarden Euro. Die Mittel flossen vorwiegend in den Ausbau der Strom- und Gasnetze, in den Bau CO2-armer, wasserstofffähiger und flexibel einsetzbarer Gaskraftwerke sowie in Offshore-Windprojekte, wie zum Beispiel den bereits fünften EnBW-Offshorewindpark „He Dreiht“.

„He Dreiht“ gehört zu den ersten Offshore-Windparks weltweit, die ohne staatliche Förderung realisiert wurden. „Bis zum Ende des zweiten Quartals wurden bereits 59 Anlagen errichtet, 43 davon sind bereits am Netz und verfügen über eine installierte Leistung von 645 Megawatt“, sagte Kusterer. Der Abschluss der Installation der insgesamt 64 Windkraftanlagen stehe in Kürze bevor, und in den kommenden Monaten werde die schrittweise vollständige Inbetriebnahme erfolgen. Die EnBW rechnet dann mit einer Gesamtleistung von 960 MW.

Ultranet und Suedlink: Netzausbau schreitet voran

Ein Schwerpunkt der Investitionen ist der Ausbau des Stromübertragungsnetzes. Beim Projekt ULTRANET ist der von der EnBW-Tochter TransnetBW verantwortete Abschnitt bis Philippsburg nahezu vollständig fertiggestellt. Die dort bereits in Betrieb befindliche Konverterstation leistet einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Systemsicherheit in Baden-Württemberg. Auch beim Projekt SuedLink wurden wichtige Meilensteine erreicht: Die Bauarbeiten für den Konverterstandort in Leingarten (Landkreis Heilbronn) haben begonnen und verlaufen planmäßig, sodass eine Inbetriebnahme noch in diesem Jahr vorgesehen ist. Mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für den letzten Abschnitt befinden sich inzwischen alle acht von TransnetBW verantworteten SuedLink-Abschnitte in der Bauphase.

Mit dem Zubau von rund 540 MW im ersten Halbjahr 2026 hat sich die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien von 3,7 Gigawatt (GW) im Jahr 2018 auf aktuell rund acht GW mehr als verdoppelt. Die erneuerbaren Energien stellen damit bereits einen Anteil von über 70 Prozent an der installierten Gesamterzeugungskapazität der EnBW.

Projekte zur Dekarbonisierung

Auch die Dekarbonisierung des konventionellen Erzeugungsportfolios schreite weiter voran, sagte Kusterer. Im Bereich der thermischen Erzeugung wurde das Steinkohlekraftwerk Heilbronn mit einer installierten Leistung von 778 Megawatt in die Netzreserve überführt. Am Kraftwerksstandort Stuttgart Münster hat die EnBW 78 Megawatt Öl- und Steinkohlekapazität außer Betrieb genommen. Zugleich gingen 55 Megawatt Gaskapazität neu in Betrieb. „Wir versorgen die Landeshauptstadt Stuttgart nach der Inbetriebnahme unserer neuen Gasturbinenanlage bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr nun vollständig kohlefrei mit Strom und Fernwärme“, so Kusterer,

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