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Bilfinger spürt Investitionsflaute und hofft auf neue Geschäfte am Persischen Golf

Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger geht von einer zunehmenden Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr 2026 aus.
Wolfgang Stahr)Mannheim. Der Industriedienstleister Bilfinger spürt die Zurückhaltung bei Investitionen. „Unser Marktumfeld war im zweiten Quartal von geopolitischer Unsicherheit geprägt“, begründet dies Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger.
Konflikt am Persischen Golf verunsichert Kunden
Vor allem der anhaltende Konflikt am Persischen Golf zwischen den USA und Iran wirkte sich auf das Mannheimer Unternehmen aus: Er dämpfte unmittelbar die Geschäftstätigkeiten im Mittleren Osten. In Europa führten die Schwankungen der Energiepreise wiederum dazu, dass die Kunden Investitionsentscheidungen zurückstellten.
Die Kunden hätten bei Neuinvestitionen und beim Abruf von Leistungen aus Rahmenverträgen zurückhaltend reagiert, erklärte Schulz. Der Auftragseingang im zweiten Quartal sei gegenüber dem „außerordentlich starken“ Vorjahresquartal um 16 Prozent zurückgegangen und erreichte knapp 1,45 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen immerhin noch den dritthöchsten Auftragseingang seit zehn Jahren verzeichnet. Der den Aktionären zurechenbare Konzerngewinn stieg vor allem dank einer niedrigeren Steuerbelastung um 14 Prozent auf 54 Millionen Euro (Vorjahr: 48 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 1,47 Euro nach 1,28 Euro im Vorjahr. Bilfinger will zudem an seiner Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 von 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro festhalten.
Gespräche über Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur
Für das zweite Halbjahr 2026 geht Bilfinger allerdings von einer zunehmenden Belebung des Geschäfts aus. Und das geht ausgerechnet vom Geschäftsfeld Mittleren Osten aus. Dort befinde man sich bereits in konkreten Gesprächen mit Kunden, um beim Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur zu unterstützen und zur Wiederinbetriebnahme von Produktionsanlagen beizutragen.
Auch darüber hinaus zeichnet sich zu Ende des zweiten Quartals über alle Bilfinger-Segmente hinweg ein positiver Trend mit wachsendem Outsourcing-Potenzial in Chemie & Petrochemie, Energie, Öl & Gas sowie Pharma & Biopharma ab. Der Konzern verdient sein Geld insbesondere mit Planung, Bau, Wartung und Modernisierung von Industrieanlagen und Kraftwerken – zum Beispiel in den Bereichen Chemie, Energie, Pharma sowie Öl und Gas.
Der Vertrag von Konzernchef Thomas Schulz ist um weitere fünf Jahre verlängert worden, wie der MDAX-Konzern am Dienstag in Mannheim mitgeteilt hatte. Der Vertrag laufe nun bis Ende Februar 2032. Schulz führt das Unternehmen seit 2022.