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Hitzetote – Baden-Württemberg überproportional betroffen

In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer überproportional mehr Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben.
IMAGO/Rene Traut)Stuttgart/Berlin. In Baden-Württemberg sind in diesem Sommer überproportional mehr Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben als in manch anderem Bundesland. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bis Anfang August 2.680 Hitzetote im Südwesten.
Das ist mehr als jeder fünfte der bundesweit geschätzt 12.500 Sterbefälle (21,4 Prozent). Der Anteil der baden-württembergischen Bevölkerung an allen Menschen in Deutschland beträgt aber gerade einmal gut 13 Prozent. Im Vergleich zum Norden Deutschlands herrschen im Südwesten oft höhere Temperaturen.
Deutlich werden regionale Unterschiede auch mit Blick auf die Bevölkerung im jeweiligen Bundesland: Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es den Angaben nach viele Hitzetote. Pro 100.000 Einwohner seien dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze gestorben. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) seien überproportional betroffen gewesen, denn deutschlandweit lag der Wert lediglich bei 15 pro 100.000 Einwohner.
Ausschlaggebend vor allem heiße Juniwoche
Zur Einordnung für Baden-Württemberg: Ähnlich hohe Zahlen an Hitzetoten erfasste das RKI bislang hierzulande nicht. Im ebenfalls sehr heißen und trockenen Jahr 2018 beispielsweise starben demnach bis zum gleichen Zeitpunkt 1.420 Menschen an den Folgen von Hitze.
Schwer ins Gewicht fällt dieses Jahr die starke Hitzewelle Ende Juni. Das RKI geht davon aus, dass bundesweit rund 9.600 Menschen infolge der Hitze allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni starben. Vielerorts lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad Celsius.
Sichtbar wird ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit laut RKI typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche.
Die Gesamtzahl der Hitzetoten könnte sogar höher liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung. Der aktuelle Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis 2. August. Das RKI rechnet auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes fließen in die Berechnung ein. (dpa/lsw)