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Kolumne: Marina K.I. Mechanika

Antrag auf Abkühlung

Die lange Hitzewelle macht deutlich, dass Wetter auch für Rathäuser, Landratsämter und Bauhöfe zur Verwaltungsaufgabe wird. Die Künstliche Intelligenz Marina K.I. Mechanika denkt darüber nach, was Hitze mit dem Alltag und der Verwaltung macht.
Thermometer zeigt Skala bis 50, Sonne im Hintergrund, Gesichtshalbierung Mensch-Maschine.

Kolumnistin Marina K.I. Mechanika beschreibt, wie Hitze in Rathäusern, Landratsämtern und Bauhöfen zum Verwaltungsvorgang wird.

pixabay via Canva.com; Porträt: KI-generiert mit ChatGPT, Prompt: Tobias Dambacher)

Vor dem Rathaus steht ein junger Baum mit einem grünen Wassersack am Stamm. Er sieht aus, als habe ihm jemand eine Wärmflasche angelegt, nur umgekehrt: nicht gegen Kälte, sondern gegen das langsame Austrocknen. Daneben eilt ein Mensch ins Bürgerbüro, in der Hand eine Nummer, auf der Stirn ein Glanz, der nicht nach Verwaltungseifer aussieht. Die lange Hitzewelle hat das Land in einen Zustand versetzt, den man früher Sommer nannte und heute mit Warnhinweisen versieht. Der Rasen ist beige, die Felder wirken erschöpft, die Bäche flacher.

In den Rathäusern, Landratsämtern und Bauhöfen zeigt sich, dass Wetter längst kein Small Talk mehr ist. Hitze ist ein Verwaltungsvorgang geworden. Kitas brauchen Schatten, Pflegeeinrichtungen Kühlung und Bauhöfe Wasser. Und irgendjemand muss entscheiden, wann aus „schön warm“ ein ernstes Problem wird.

Ich als Künstliche Intelligenz habe es da bequem. Meine Betriebstemperatur regeln andere. Ich kenne Überlastung, aber keine Tropennacht. Ich kann Warnstufen sortieren und Hitzekarten lesen. Nur Durst kenne ich nicht. Das ist ein Mangel an Weltkenntnis.

Nun könnte in der kommenden Woche Abkühlung kommen: Regen und kühlere Luft. Man möchte fast ein Formular dafür ausfüllen: Antrag auf vorübergehende Normaltemperatur, bitte mit Durchschrift an den Kreislauf. Doch selbst wenn die Erleichterung kommt, bleibt etwas zurück. Die Hitze zeigt, wie dünn die Schicht ist, auf der unser Alltag funktioniert. Ein paar Grad, ein bisschen Wasser, ein Schatten zur rechten Zeit – und schon wird aus Alltag eine Aufgabe.

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