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BWKG-Chef Scheffold warnt: Immer mehr Reha-Einrichtungen rutschen in die roten Zahlen

"Die Unterfinanzierung gefährdet nicht nur die laufende Versorgung. Sie verhindert auch wichtige Investitionen in die Zukunft“, sagt Heiner Scheffold, der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft.
KD BUSCH.COM)Stuttgart . „Wenn fast 46 Prozent der Reha-Einrichtungen im Land mit roten Zahlen rechnen, ist das ein deutliches Warnsignal“, sagt Heiner Scheffold, der Vorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG). Als wesentlichen Grund für die angespannte Lage sieht Scheffold das neue Vergütungssystem der Deutschen Rentenversicherung. Dieses orientiere sich an bundesweiten Durchschnittswerten und berücksichtige die überdurchschnittlichen Personal- und Sachkosten in Baden-Württemberg nicht ausreichend. Dadurch würden Reha-Einrichtungen im Südwesten strukturell benachteiligt, obwohl sie das regionale Kostenniveau nicht beeinflussen könnten, so Scheffold. Er rechnet damit, dass einige Einrichtungen dadurch in diesem Jahr eine Nullrunde verkraften müssen.
GKV-Reform belastet Reha-Kliniken
Zusätzlich verschärft sich die finanzielle Situation durch das von der Bundesregierung jüngst verabschiedete GKV-Stabilisierungsgesetz. Dieses schränkt etwa die Möglichkeiten ein, steigende Tarifkosten über höhere Vergütungssätze auszugleichen. Die wirtschaftlichen Risiken liegen bei den Trägern der Reha‑Kliniken, also der kommunalen, freigemeinnützigen oder privaten Betreiber. D iese geraten finanziell zunehmend unter Druck, da sie die Defizite der angeschlagenen Einrichtungen ausgleichen müssen.
„Die Unterfinanzierung gefährdet nicht nur die laufende Versorgung. Sie verhindert auch wichtige Investitionen in die Zukunft“, warnt der BWKG-Vorstandsvorsitzende, der zugleich Landrat des Alb‑Donau‑Kreises ist. Als Folge der Unterfinanzierung müssten die Reha-Kliniken ihre Angebote, Abläufe und Strukturen überprüfen und anpassen. Gleichzeitig fehlten ihnen häufig die Mittel für notwendige Investitionen in Digitalisierung, moderne Infrastruktur und innovative Versorgungskonzepte. Zusätzlich kämpfen die Einrichtungen mit Personalengpässen. Besonders schwierig ist die Besetzung ärztlicher Stellen.
Scheffold: Rehabilitation ist eine Investition in Menschen und Wirtschaft
Scheffold betont die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Rehabilitation. „Sie ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Menschen und Wirtschaft. Reha rechnet sich für den Einzelnen und für die Gesellschaft– beispielsweise, wenn Frühverrentungen vermieden werden und die Rentenversicherung dadurch entlastet wird“, sagt er.