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Die Messlatte heißt jetzt Mausi

Leonie Henes erklärt, warum es blöde Macker und Mausi-Macker gibt.
imago/Guido Schiefer; Porträt: Staatsanzeiger)Die Generation Z lebt fürs Revival. Wir lassen alte Dinge schließlich nur zu gern wieder auferstehen. Das haben wir 2018 mit Schlaghosen gemacht, wir tun es mit unseren Playlists, auf denen ABBA und „Bohemian Rhapsody“ noch immer ganz oben stehen – und auch unsere Sprache bleibt von dieser Wiederbelebung nicht verschont.
So gewähren wir auch so manchem Wort ein zweites Leben und hauchen ihm dabei gleich noch ein bisschen neue Bedeutung ein. Denn wer heute in den sozialen Medien von einem „Macker“ liest, muss sich über die Wortwahl nicht wundern. Der Macker ist keineswegs irgendwo in den Achtzigern zwischen Fönfrisur und Fransenjacke zurückgeblieben. Nein, auch unsere Generation hat ihn wiederentdeckt – als Bezeichnung für den Mann an der eigenen Seite. Doch damit nicht genug. Denn die digitale Welt ist sich inzwischen einig: Es gibt blöde Macker – und es gibt Mausi-Macker.
Der Macker mackert
Während Erstere den Frauen der Generation Z zuverlässig das Leben schwer machen, bügeln die mausigen Exemplare den Ruf ihrer Geschlechtsgenossen wieder glatt. Sie schenken Blumen, planen Dates, bringen den Lieblingssnack mit und verhalten sich alles in allem einfach: mausig. Oder anders gesagt: Der Macker mackert. Eine Verbalisierung mit Bedeutungsverschiebung kommt also auch noch dazu – aus dem einst eher großspurigen Macker wird plötzlich einer, der sich Mühe gibt.
Und während der Begriff sein Revival feiert, tun es die Ansprüche offenbar nicht: Die Messlatte für Männer liegt noch immer beim Mindestmaß. Sie hat jetzt nur einen niedlicheren Namen.