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Maschinenbau

Kärcher-Chef Hartmut Jenner fordert Schutzzölle auf chinesische Importe

Billige Importe aus China setzen den Maschinenbau unter Druck. Kärcher-Chef Hartmut Jenner warnt vor einem Schicksal, wie es die Solarbranche erlebte. Er fordert Gegenmaßnahmen, bevor es zu spät ist.
Mann im Anzug mit Mikrofon, lächelt vor gestreiftem Hintergrund.

Hartmut Jenner, Vorstandsvorsitzender des Reinigungsgeräteherstellers Alfred Kärcher aus Winnenden.

dpa/Marijan Murat)

Winnenden . Die deutsche Solarindustrie verlor in den 2010er-Jahren ihren Weltmarktanteil vor allem an chinesische Hersteller. Diese bauten ihre Produktion massiv aus und konnten Solarmodule deutlich günstiger anbieten als deutsche Unternehmen. Viele deutsche Hersteller konnten mit diesem Tempo nicht mithalten. Dem Maschinenbau könnte ein ähnliches Schicksal drohen, warnte Kärcher-Chef Hartmut Jenner im Interview mit dem Handelsblatt. Er habe die Sorge, dass China mit Dumpingpreisen die hiesigen Industrien zerstöre. Auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin“ werde man „unglaublich viele Geräte chinesischer Wettbewerber“ sehen können.

„Chinesische Wettbewerber haben massive Vorteile“

Jenner, der seit mehr als 25 Jahren an der Spitze des Reinigungsgeräteherstellers steht, weist auf „massive Vorteile“ für chinesische Wettbewerber hin: geringere Lohn- und Energiekosten, günstigere Zulieferer und eine Währung, die 30 Prozent unterbewertet sei. Hinzu kämen Belastungen durch die EU-Bürokratie, die die Konkurrenz aus Fernost anders als hiesige Maschinenbauer nicht hätten. „Welche Regularien beachten die chinesischen Importeure? Etwa ein Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz?“, fragt der Kärcher-Chef.

Um die hiesige Industrie zu schützen, fordert Jenner Gegenmaßnahmen wie Schutzzölle auf chinesische Importe: „Wenn der Wettbewerb nicht fair ist, muss man faire Bedingungen durch Zölle oder durch die Drohung mit Zöllen wiederherstellen.“

Mittlerweile wird auch in der Europäischen Union über einen schärferen Einsatz handelspolitischer Instrumente gegen China diskutiert. Die EU kann aktuell Antidumping- und Antisubventionszölle verhängen sowie Schutzmaßnahmen („Safeguards“) für ganze Branchen ergreifen.

Doch damit ist erheblicher Aufwand verbunden. Denn die EU-Kommission kann zusätzliche Zölle lediglich verhängen, wenn sie Dumping oder wettbewerbsverzerrende staatliche Subventionen nachweist.

Zölle von bis zu 35 Prozent auf in China produzierte Elektrofahrzeuge

Ende 2025 hatte die EU 172 Anti-Dumping- und Anti-Subventionsmaßnahmen in Kraft. Etwas mehr als drei Viertel richteten sich gegen chinesische Unternehmen. Dazu gehören zusätzliche Zölle von bis zu 35 Prozent auf in China produzierte Elektrofahrzeuge. Pauschale Zölle auf sämtliche chinesische Maschinen wären nach geltendem WTO- und EU-Handelsrecht kaum durchsetzbar. Und sie sind auch politisch umstritten.

So warnen Kritiker vor einem Handelskrieg und Gegenmaßnahmen Chinas gegen europäische Exporte. Ferner könnten Zölle die Preise für Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wenn chinesische Produkte oder Vorleistungen kurzfristig nicht ersetzt werden können. Für den exportorientierten deutschen Maschinenbau wäre das besonders riskant: Er könnte zwar vor billigen Importen geschützt werden, zugleich aber den Zugang zum chinesischen Absatzmarkt verlieren.

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