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Krise bei Volkswagen 

Hoffmeister-Kraut stellt sich gegen Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm

Der Volkswagen-Konzern stellt vier seiner deutschen Werke auf den Prüfstand. Auch der Audi-Standort Neckarsulm mit 15.500 Beschäftigten wackelt. Die Landesregierung fordert dagegen ein klares Bekenntnis zum Werk in Neckarsulm.
Viele Menschen mit roten Kappen, einige halten rote Trillerpfeifen.

Protestaktion der IG Metall vor dem Audi-Werk in Neckarsulm. Mehr als 15.500 Beschäftigten dorht das Aus.

Bernd Weißbrod)

Stuttgart . Der Vorstand von Volkswagen erwägt offenbar, die Fahrzeugproduktion in den Werken Emden und Zwickau bis 2031, in Hannover bis 2032 und in Neckarsulm bis 2034 auslaufen zu lassen. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Der Aufsichtsrat soll sich am Freitag mit den Plänen befassen.

Die WirtschaftsWoche berichtet unter Berufung auf ein internes Papier des Vorstands, nach dem die Volkswagen-Gruppe in einem kritischen Zustand sei. Die bisherigen Geschäftsmodelle und Strukturen reichten demnach nicht aus, um Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langfristig zu sichern.

Entgegen diesen Voraussagen fordert Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut von Vorstand und Aufsichtsrat ein klares Bekenntnis zum Audi-Werk in Neckarsulm: „Mehr als 15.500 Beschäftigte haben immer wieder bewiesen, dass sie den industriellen Wandel erfolgreich gestalten können. Neckarsulm vereint moderne Fahrzeugproduktion mit herausragenden Kompetenzen bei künstlicher Intelligenz und digitalisierter Fertigung. Einen solchen Standort aufzugeben, wäre industriepolitisch kurzsichtig und würde weit über das Werk hinaus die gesamte Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken und ihre Zulieferer treffen.“

Dass Volkswagen und Audi ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern müssten, stehe außer Frage, so Hoffmeister-Kraut. „Aber Sparen allein ist keine Zukunftsstrategie . Wer Kosten senkt, muss zugleich sagen, wo künftig Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung entstehen sollen. Deshalb erwarte ich, dass in der bevorstehenden Aufsichtsratssitzung keine Vorfestlegungen zulasten Neckarsulms getroffen werden. Jetzt braucht es gemeinsam mit der Belegschaft ein tragfähiges Zukunftskonzept – und keine Entscheidung über ihre Köpfe hinweg. Die Landesregierung steht fest an der Seite der Beschäftigten und des Standorts Neckarsulm.“

Aus dem internen Papier geht hervor, dass die Schließungsziele zumindest geprüft würden, sollten die jeweiligen Fabrikkosten bis Ende Juni 2027 auf ein wettbewerbsfähiges Niveau sinken. Doch das scheint unwahrscheinlich. Laut dem Aufsichtsratspapier lagen diese im Schnitt bei 6490 Euro pro Fahrzeug – während es bei europäischen Standorten außerhalb Deutschlands nur 2832 Euro waren.

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