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Deutscher Musikrat äußert nach Wahlen Sorge

1932 beschloss der Dessauer Gemeinderat auf Antrag der NSDAP die Schließung des Bauhauses.
IMAGO/Jörg Halisch)Dessau/Stuttgart. Am 20. August verabschiedeten die Kulturministerinnen und -minister sowie Senatoren der Länder in Dessau die „Dessauer Erklärung“. Sie bekannten sich zur Freiheit von Kunst und Kultur – und warnten vor politischer Einflussnahme, finanziellen Sanktionen und Zensur. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Erklärung neue Aktualität gegeben.
Mit knapp 44 Prozent wurde die AfD stärkste Kraft im Land. Sachsen-Anhalt ist zugleich das Land des Bauhauses. 1925 zog die Schule von Weimar nach Dessau, 1926 wurde das von Walter Gropius entworfene Gebäude eröffnet. 1932 beschloss der Dessauer Gemeinderat auf Antrag der NSDAP die Schließung. Genau daran erinnert die Dessauer Erklärung. „Kunstfreiheit ist nicht verhandelbar“ ist die Überschrift. Künstlerinnen und Künstler sowie Kultureinrichtungen müssten ohne politische Vorgaben und Angst vor finanziellen Sanktionen arbeiten können.
Staatliche Förderungen an Bedingungen knüpfen
Auch im Land will die AfD die staatlichen Förderungen an Bedingungen knüpfen. Wie groß die Sorge vor politischem Einfluss ist, zeigt nun auch die Stellungnahme des Deutschen Musikrats am 7. September. Präsidentin Lydia Grün bezeichnete das Wahlergebnis als eine „politische Zäsur“. Man wolle die Entwicklung kritisch begleiten.
Das Bauhaus-Jubiläum bekommt so eine unerwartete Pointe: Ausgerechnet dort, wo das Bauhaus seine wichtigste Blüte erlebte, wird heute wieder über die Freiheit der Kultur gestritten. Die Geschichte zeigt, wohin politische Einmischung führen kann, die Gegenwart macht deutlich, dass Kunstfreiheit keine Selbstverständlichkeit ist.